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Kurznachrichten März 2005



 

Weniger ist manchmal mehr...! Als eines Tages ein Mann mit einem kleinen Karton unterm Arm im Kleintierdorf erschien, wussten wir nicht, wohin man zuerst schauen sollte - ein derartiges Gewusel war es! Zur Erklärung: Der Herr kaufte in einer Zoohandlung einige Mäuse und der Verkäufer hatte ihm versichert, dass es sich (natürlich!) um gleichgeschlechtliche Tiere handelte. Dass dies nicht der fall war, bemerkte der Mäusefreund recht schnell, denn die Tiere vermehrten sich rasant. Nun sind heutzutage ja viele Menschen froh, wenn sich ihre „Mäuse“ vermehren, aber da es sich in unserem Fall um mittlerweile über 100 Tiere, die aufgrund der Enge des Behältnisses auch vor Kannibalismus nicht zurückschreckten – dann ist nicht die Bank, sondern das Tierheim gefragt!



So nahmen wir die Mäuse entgegen, quartierten sie um und entsorgten die toten Tiere. Leider mussten wir feststellen, dass bereits die Hälfte der Tiere schon wieder trächtig sind. Der Mann war gerne bereit, die geforderte Angabegebühr zu bezahlen und sah doch ein, dass hier weniger tatsächlich mehr gewesen wäre... Dem Kleintierdorf werden jedenfalls in Zukunft die Mäuse nicht ausgehen, aber wenn jemand die ein oder andere noch haben möchte und die Haltungsbedingungen erfüllt sind, geben wir gerne welche ab!

 

 

 

 

 

 

Die Katzenfreundin: Durch die Kreisveterinärin kamen vor einiger Zeit vier Katzen aus sehr schlechter Haltung zu uns ins Tierheim. Alle waren sehr scheu und hatten Angst vor der menschlichen Hand (Warum wohl?). Völlig panisch jedoch gebärdete sich der schwarz-weiße Kater Merlin, dem eine Hinterpfote fehlte. Er hatte sich in das Geflecht des Sessels, der in seiner Katzenstube stand, eine Höhle gegraben und spuckte Gift und Galle, sowie sich ein Zweibeiner näherte.

 

Aber das Wunder geschah, dass gerade ihn eine Dame haben wollte. Nach einiger Zeit bekamen wir eine Findlingskatze gebracht, schwarz-weiß, eine Hinterpfote fehlte. „Merlin?“ Wir hielten- sehr vorsichtig- das Lesegerät an die linke Halsseite, verglichen die Chipnummer – sie stimmte. Es war unser Dreibein. Aber welch ein Unterschied! Der vorher so unzugängliche Kater hatte sich in einen schnurrenden, freundlichen Schmusetiger verwandelt, der alle Streicheleinheiten genoss. Wir riefen bei der neuen Besitzerin an und erfuhren, dass sie nach Rostock gezogen war und während des Umzugs durch Unachtsamkeit des Vermieters der Kater entlaufen war. Über die vielen Kilometer Entfernung, hatte sie versucht, eine Suchaktion zu starten, und war total erleichtert und glücklich, dass Merlin bei uns auf „Nummer sicher“ war. „Natürlich komme ich mein Katerchen holen! Gott sei Dank, dass er heil und gesund ist!“ Gesagt – getan! Sie setzte sich ins Auto und fuhr von Rostock nach Siegen, den Ausreißer heim zu holen, was ungefähr 600 km Fahrt pro Strecke bedeutet. Merlin freute sich ein Loch in den Bauch, als er Frauchen sah, und wir können nur sagen: Hut ab vor solch einer Katzenfreundin!!

 

Kein ganz “normaler“ Einsatz... Anruf morgens im Tierheim: In Seelbach liegt ein Bussard regungslos auf der Erde! Ein Tierheimmitarbeiter fuhr hin und schaffte es auch, das Tier einzufangen., Der Raubvogel wurde anschließend sofort in eine Tierarztpraxis gebracht, wo man aber keine äußeren Verletzungen feststellte. Nachdem sich der Bussard über Nacht ausgeruht hatte, konnte er am nächsten Morgen dann glücklicherweise wieder in die ganz große Freiheit entlassen werden.

„Tiere suchen ein Zuhause“ Am 4.03. waren wir zu Gast beim WDR Köln, wo die Sendung „Tiere suchen ein Zuhause“ aufgezeichnet wurde. Insgesamt fünf PKWs sowie die Hilfe etlicher ehrenamtlicher Helfer waren notwendig, um alle Fernsehstars auch sicher zum Studio zu transportieren, denn schließlich verträgt sich ja nicht jeder mit jedem! Mit von der Partie waren Kater „Ralf“, unser 7jähriger Langzeitinsasse „Manfred“, der hübsche Mix „Solino“- leider mit starkem Jagdtrieb ausgestattet -, und auch die Hündinnen „ Nikita“ und „Laila“, die nur zusammen vermittelt werden können, weil sie so unglaublich aneinander hängen. Eine „starke Truppe“ kam aus der Kleintierabteilung. Stellvertretend für drei weitere Papageien war Blaustirnamazone „Sascha“ mit dabei, die beiden rundlichen Kaninchendamen „Nanny“ und „Fipsi“ kamen als Abordnung für vierzig weitere Vertreter ihrer Art und, last, not least der Steppenwaran „Herr Neumann“, einst halbtot vorm Tierheimtor gefunden, mühsam aufgepäppelt und nun nach seinem Lebensretter benannt.



Die Moderatorin Claudia Ludwig meisterte es charmant, souverän und problemlos, die bunt gemischte Schar vorzustellen, keine leichte Aufgabe bei so vielen unterschiedlichen Tierarten. Die vielen Tierfreunde, die diese Sendung lieben und regelmäßig sehen ahnen oft gar nicht, wie viel Arbeit und Konzentration es kostet, alle Tiergäste optimal vorzustellen, aber in aller Regel lohnt sich die Mühe, weil auch langjährige „Hocker“ dadurch manchmal ein Zuhause finden. Wichtig ist natürlich der Telefondienst nach Ausstrahlung der Sendung, wo alle Anrufe aufgelistet und später sortiert werden, um für das jeweilige Tier wirklich das bestmögliche Zuhause zu finden. Manchmal ist ein Teilnehmer der „absolute Renner“, während andere völlig ohne Anruf bleiben. In diesem Fall war „Sascha“ der totale Topstar und noch am darauf folgenden Montag tönte uns aus allen Telefonhörern nur das Wort Blaustirnamazone entgegen. 

 

Zwei Wochen nach Ausstrahlung der Sendung können wir berichten: Alle Blaustirnamazonen,- „Sascha“ sowie ein weiteres Pärchen haben ein wunderbares neues Heim gefunden, darüber hinaus auch noch weitere Sittiche. Und wenn alles klappt, wird der „Manfred“ Mitte April nach Holland umziehen und sein weiters Leben dort bei ganz lieben Hundefreunden verbringen .Ja, und die, die diesmal nicht bei den Glücklichen waren, müssen halt weiter hoffen und warten...

Was lange währt, wird endlich gut! Der Glanzpunkt des Monats März: Unsere beiden Unzertrennlichen gehen gemeinsam in ein neues Zuhause! Die Rede ist hier nicht etwa von den gleichnamigen Vögeln, sondern von unseren langjährigen Tierheimbewohnern „Blacky und „Riana“. Spitzmix „Blacky“, sehr scheu, zwei mal vermittelt, jedes Mal ausgebüxt und erst nach Wochen mit List , Tücke und sehr vielen Leckerchen wieder eingefangen und „Riana“, die rehbraune kleine Pinscherhündin aus den Bergen Teneriffas waren das Liebespaar des Tierheimes.



 

 

 

Zwischen dem so ungleichen Paar entwickelte sich bei uns eine so enge Freundschaft, dass man den einen kaum einmal ohne den anderen sah. Lange versuchten wir, beide gemeinsam zu vermitteln, leider ohne Erfolg. Und so würden sie noch immer im Tierheim sitzen, gäbe es da nicht eine gewisse Verena, ihres Zeichens ehrenamtliche Helferin. Drei Jahre Tierheim sind genug, so meinte sie, und äußerte so ganz nebenbei den Satz:“ Wenn mein Grundstück nur stabil eingezäunt wäre, ja dann...“


Unsere Truppe der Ehrenamtlichen spitzte die Ohren. “Wenn wir alle mit anpacken?!!“ Und so fanden sich ganz liebe, fleißige Heinzelmännchen, die tüchtig in die Hände spuckten, und um Verenas Grundstück entstand ein Zaun, wie er schöner und stabiler nicht hätte sein können. Am Ostersonntag war es dann soweit: Mit strahlenden Augen sahen alle zu, wie unser Liebespaar ins Auto stieg und gemeinsam einer glücklichen Zukunft im neuen Zuhause entgegenfuhr. Danke, Verena, für deine mutige Entscheidung und alles, alles Gute für euch, ihr beiden geliebten kleinen Strolche! Aber fehlen tun sie uns doch und ohne das so oft verfluchte Gekläff von „Blacky“ ist es plötzlich ganz still im Hof!.  

 

Keine Verwendung mehr... Morgens um 8:00 Uhr erreichte uns ein Anruf: „Hallo, bei der Krombacher Brauerei in Kreuztal sind mir 2 Münsterländer zugelaufen. Könnt ihr sie abholen?“ Bedingt durch Tierarztfahrten und noch einem weiteren Findling, ging es bei uns zwar etwas hektisch zu, aber am Ende war doch alles geregelt. Als die beiden freundlichen Münsterländerrüden aus dem Tierschutzauto stiegen, sagten wir wie aus einem Munde: „Na, die kennen wir doch!“ Unsere Vermutung wurde durch das Lesegerät bestätigt. Als wir die aufgezeigte Nummer in unseren Computer eingaben, sagte uns dieser, „Artus“ und „Astor“ seien bereits 9 mal als Findlinge in unserem Tierheim gelandet. Nach einiger Zeit erreichten wir telefonisch den Besitzer, der allerdings sehr seltsam reagierte: „Ich will sie nicht mehr und werde sie nicht wieder abholen!“

 

Auf telefonische Aufforderung hin erschien er dann nach mehreren Tagen im Tierheim, um einen Abgabevertrag zu unterschreiben. Seine Erklärung, er sei Jäger, übe sein Hobby aber nicht mehr aus und habe daher „keine Verwendung mehr für die Hunde“ fanden wir nicht wirklich überzeugend, und auch die Tatsache, dass beide Hunde verfilzt, ungepflegt und seit sieben Jahren nicht geimpft waren, sprachen unserer Meinung nach Bände über seine tatsächliche Tierliebe. Bleibt nur zu hoffen, dass der nette Mitmensch sich nie wieder ein Tier zulegt, denn was mit dem passiert, falls er mal wieder keine Verwendung mehr dafür hat, ist abzusehen!

                                  



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