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Kurznachrichten Oktober 2005




 

An einen Nachmittag standen 2 junge Leute im Kleintierdorf und wollten gerne ein Wellensittich-Pärchen mitnehmen… Auf unsere Frage, ob denn auch eine Voliere mit Flugmöglichkeit da sei, bejahten sie strahlend. Ein Zoofachgeschäft in Siegen hatte ein Werbeprospekt verteilen lassen, in dem unter anderem angeboten wurde: Vogelheim Rekord 3, großzügiges Vogelheim für Sittiche, Kanarien und Exoten. Maße: 50 x 38 x 48 cm.

 

 

Es war den Leuten unbegreiflich, dass wir keine Wellensittiche in diesen Käfig vermitteln wollten. Hatte man ihnen doch im „Fachgeschäft“ ausdrücklich erklärt, diese Behausung sei für zwei Wellensittiche wirklich ausreichend! Sie ließen sich glücklicherweise überzeugen, als sie sahen, wie artgemäß die Vögel bei uns in Volieren leben und wollten etwas Ähnliches daheim bauen und den Käfig lediglich als Transportmittel benutzen. Viele andere Menschen tun das sicher nicht, vertrauen der Beratung und glauben, dass sich die Tiere im Käfig wohl fühlen würden. Tausende von Kleintieren müssen so leben, sie können leider nicht schreien.


Schwer beladen mit vielen leckeren Dingen, die ein Tierherz erfreuen können, erschien im Tierheim die Kindergartengruppe „Kleine Füße“. Die großen 6-jährigen, die in diesem Jahr eingeschult werden, wollten zum Abschluss ihrer Kindergartenzeit gerne einen Ausflug ins Tierheim Siegen machen und dabei unsere Tiere mit „Leckereien“ verwöhnen! Aufmerksam lauschten die Kids den Erklärungen der Tierheimleiterin und hatten ihrerseits auch ganz viele Fragen zu den „Tierheimbewohnern“.

 

Auch den anschließenden Rundgang fanden sie total spannend und die meisten hätten sehr gerne eins der Tiere mit nach Hause genommen. Fast alle wollten mit ihren Eltern wiederkommen und beteuerten, ganz viel gelernt zu haben, vor allem aber eins: sich ein Tier anschaffen bedeutet: Verantwortung übernehmen für ein ganzes Tierleben lang! Zum Schluss gab es das obligatorische Gruppenfoto und beim Abschied erklärten die Kleinen: Das war ein toller Vormittag!

 

Wir bedanken und bei den „Kleine Füßen“ führ ihre zahlreichen „Gaben“ und freuen uns immer, wenn gerade Kinder und junge Leute sich für unsere Arbeit interessieren und schließlich sind sie die Tierschützer von morgen und man kann gar nicht früh genug damit anfangen, ihnen die Augen zu öffnen für die Bedürfnisse unserer Mitgeschöpfe.

 

 

 

 

„Na, der wird doch mit Sicherheit abgeholt!“ So dachten wir, als ein blutjunger, bildhübscher Chihuahua-Mixrüde als Findling zu uns kam. Das kleine Kerlchen wanderte von Arm zu Arm, da sich niemand wirklich entschließen konnte, den Knirps in eine Box zu stecken. Dabei war „Schlumpf“, wie wir ihn tauften, total selbstbewusst, hatte das Herz eines Löwen und forderte alle großen Hunde augenblicklich zum Kampf heraus. Sein Glück, dass ihn keiner wirklich ernst nahm. Mehrere Tage vergingen, kein Besitzer meldete sich, offenbar wurde der „Mini“ von niemandem vermisst.

 

Da entdeckte eine Mitarbeiterin einen Aushang in einem Getränkemarkt, auf dem Schlumpf als „Lucky – entlaufen!“ gesucht wurde, Telefonnummer anbei, unterschrieben von mehreren Kindern. Ein sofortiger Anruf bei der Nummer stiftete noch mehr Verwirrung, da die Besitzerin am Telefon erklärte, es sei in der Tat ihr Hund, aber eigentlich wolle sie ihn gar nicht mehr haben, da das Tier von Ihrem Sohn ständig misshandelt werde, „Ach, und da setzen sie ihn einfach aus?“ „Nein, das nicht, er sei lediglich entlaufen und man habe nicht nach ihm gesucht! Als unsere Mitarbeiterin fragte, ob ihr denn nicht bekannt sei, dass es für das Aussetzen eines Tieres eine hohe Strafe gebe, bekam die Dame es doch wohl ein bisschen mit der Angst zu tun wegen ihres Verhaltens, denn eine Stunde später erschien sie im Tierheim und uns den Hund zu übereignen.

 

Für „Schlumpf/Lucky“ konnte jetzt also ein neues Zuhause gesucht werden, er brauchte sich diesbezüglich auch keinerlei Sorgen zu machen, denn wenn man so jung, hübsch und klein ist, stehen die Interessenten Schlange. Unter anderem hatte schon ein sehr sympathisches Ehepaar nach ihm gefragt. Wir riefen dort an, dass unser „Mini“ nun zur Vermittlung frei sei und sie wollten gerne mit ihrem schon vorhandenen Rüden vorbeikommen. Wir staunten nicht schlecht, als es sich bei diesem um einen dicken, stämmigen Rottweiler handelte, dessen Kopf beinahe so groß war wie der gesamte „Schlumpf/Lucky“. 

 


 

Das anfängliche Gekeife des Winzlings brachte den sanftmütigen Riesen aber keineswegs aus der Ruhe und ob „Lucky“ sich möglicherweise überlegte, dass so ein kräftiger großer Bruder durchaus seine Vorteile haben könnten - oder was auch immer der Grund sein mochte – jedenfalls stellte er sein Getue recht bald ein und signalisierte, dass einer freundschaftlichen Beziehung von seiner Seite aus nichts mehr im Wege stünde. Es ist ja auch sicher sehr angenehm einen so starken Beschützer zu haben, unter dessen Bauch man sich bei Gefahren oder auch bei Regen zurückziehen kann, oder? Und so verließen sie Seite an Seite das Tierheim, wobei „Lucky“ sich sichtbar bemühte, seinen neuen großen Freund gleich von Anfang an klar zu machen, wer ab jetzt das Sagen hätte….


 

An einem weiteren Findling dachten wir schon, als ein Herr außerhalb der Öffnungszeiten mit einer Katzenbox in der Hand am Tor klingelte, waren aber nicht gefasst auf den Anblick des über und über mit Blut und Kot bedeckten Tieres, der sich uns da bot. Der noch junge Kater war in einem wirklich erbarmungswürdigen Zustand, er war zum Skelett abgemagert und stank so entsetzlich, dass er zuerst einmal ein Bad verordnet bekam, was er sichtlich genoss. Der Herr erzählte während dessen, wo er das rotgetigerte Katerchen gefunden hatte.

 

Er wohnt in Geisweid gegenüber von einem Studentenwohnheim, zu dem auch eine Garage gehört. Da die meisten der Bewohner auf Grund von Semesterferien momentan verreist sind, war die Garage seit mehreren Tagen verschlossen und unbenutzt und rein durch Zufall hatte heute Morgen jemand eine sehr lange Leiter benötigt, die dort aufbewahrt wird. Aufmerksam gemacht durch lautes, klagendes Mauzen hatte der Mann in die Ecke der Garage geschaut und dort eine fest verschlossene Katzenbox mit dem schreienden Kater darin gesehen, die offensichtlich seit mehreren Tagen dort stand. In seiner Not hatte der Kater offensichtlich verzweifelt versucht sich aus der Box zu befreien und hat sich dabei die Pfoten blutig gekratzt. Dadurch, dass er ja praktisch viele Stunden im eigenen Kot und Urin saß, waren die Wunden richtiggehend verätzt. Der Herr von gegenüber hatte sich augenblicklich die Katzenbox genommen und sie zu uns gebracht, damit dem Tier geholfen werden konnte.

 Der bildhübsche junge Kater stürzte sich förmlich auf den Wassernapf und trank und trank ohne aufzuhören bis der Napf geleert war, erst danach begann er zu fressen. Nachdem seine Wunden versorgt waren, wurde er in ein Körbchen gelegt, entspannte sich auch gleich und schlief ein. Inzwischen ist er auf dem Weg der Besserung, bezaubert uns alle durch sein freundliches, liebes Wesen und wir fragen uns ein weiteres Mal, was das für Menschen sein müssen, die in der Lage sind, einem hilflosen Tier so etwas anzutun….


Fast ein Fall für die Feuerwehr… Am Tag der Deutschen Einheit, allgemein Feiertag, ist um 15.00 Uhr die Arbeit im Tierheim beendet, alle Tiere sind versorgt und die Tierheimleiterin will gerade abschließen, als das Not-Handy klingelt. „Na ja, vielleicht fragt nur jemand, ob heute nicht doch geöffnet ist.“ Leider nicht. Am anderen Ende ist ein sehr netter besorgter Herr, der ein Problem hat. Er wohnt im Leimbachtal und geht häufig mit seiner Frau im nahe gelegenen Wald spazieren, so auch letzten Freitag. Dabei fiel den beiden eine mächtige, sehr hohe Eiche auf, um deren Krone etliche Raubvögel – Krähen und Elstern – schwirrten und dabei lauthals schimpften.

Dadurch aufmerksam gemacht schaute das Ehepaar genauer in die Baumkrone und entdeckten hoch oben eine getigerte Katze, die offensichtlich der Anlass für die Empörung der Vögel war. Wenn die Katze dort hinauf klettern konnte, so dachten sich die Spaziergänger, wird sie ja wohl auch wieder herunterkommen und setzten ihren Weg fort. Soweit der Vorbericht des Herrn am Telefon. Soeben sei er mit Gattin aber denselben Weg gegangen und die Katze sitze nun nach 3 Tagen nach wie vor auf dem Baum, nur ein Stück höher. Wobei ja niemand wissen kann, ob sie nicht doch zwischendurch mal unten war, eigentlich aber unwahrscheinlich. Da ist nun guter Rat teuer, denn so hoch in den Baum klettern kann niemand und eine so lange Leiter hat wohl nur die Feuerwehr! Die – so sagte der Herr – wird er aber keinesfalls anrufen, sonst hat am Ende er noch die Kosten! Also trifft sich die Tierheimleiterin mit dem Ehepaar, um sich die Geschichte anzuschauen. Nach einigen Minuten Fußmarsch durch den Wald erreichen sie dann auch die Eiche, die tatsächlich gut ihre 20 Meter hoch ist. Und ganz hoch oben sitzt eine maunzende Katze! Ach Mieze, konntest du dir für deine Kletterei denn nicht was Einfacheres aussuchen?

 

Auf Rufen und Locktöne hin gibt Mieze eifrig Antwort, kommt auch mal zwei Trippelschritte vor, schreckt aber jedes Mal vor der Höhe zurück. Nach dem 30-minütigen Versuch, durch Locken das Tier zur Erde zu holen, geben die Menschen auf. Jetzt doch die Feuerwehr als „letzte Möglichkeit“? Nein, einen Versuch wollen die Zweibeiner noch machen!“ Die Tierheimleiterin hat Dosen mit stark riechendem Katzenfutter mitgebracht und stellt die reich gefüllte Doppelschale unter den Baum. Mieze wird’s riechen – selbst da oben in der Baumspitze und vielleicht ist dieser Anreiz ja stark genug, sie zum heruntersteigen zu bewegen. Das Ehepaar wird am nächsten Morgen früh Kontrolle machen, ob Mieze aus der luftigen Höhe herabgeklettert ist und wenn nicht, bleibt wirklich nur noch die letzte Möglichkeit – die Feuerwehr! Früh am nächsten Tag große Spannung, aber Gott sei Dank hat der

Futtertrick gewirkt! Keine Mieze mehr auf dem Baum und die Futterschale ist auch fast leer. Somit bleibt nur zu hoffen, dass die kletterfreudige Katze sich beim nächsten Mal nicht so hoch hinauswagt. 

 

 


 

Einfach aus dem Auto geworfen wurde ein etwa sechs Wochen altes Katzenkind, das wegen Pilzbefalls an seinem ganzen winzigen Körperchen kahle Stellen aufwies. Glücklicherweise gab es eine Pflegestelle für das Kätzchen, denn erstens war es mit Sicherheit ungeimpft und zum anderen gestaltet sich solch eine recht lange dauernde Behandlung in einem Tierheim echt schwierig. Nun ist das Katzenmädchen auf dem Weg der Besserung, an den kahlen Stellen wächst schon wieder Fell, es zeigt sich putzmunter und hält seine Pflegemama ganz schön auf Trab.

 

 

 

 

Schön, dass es Menschen gibt, die, trotz vielfältigem weiteren Einsatz für den Tierschutzverein, gerade für solche Fälle ihre privaten Räume zur Verfügung stellen und damit pflegebedürftigen Tieren den Start in ein gesundes Leben in einem neuen Zuhause ermöglichen. In diesem Fall gilt unser Dank Frau Iba, hier stellvertretend genannt für viele weitere ehrenamtliche Helfer. Danke, Christel!

 

 

 

 

Hundetausch Am 28.10. meldet sich ein Anrufer aus Dillenburg in der Hundeabteilung. Sein Anliegen: Er hat daheim einen Hund, der sich Menschen gegenüber sehr aggressiv verhält, warum, kann der Besitzer leider nicht erklären. Von diesem möchte er sich nun trennen und ihn uns überlassen. Dafür hätte er gerne von uns einen ganz lieben netten und freundlichen!!! Es ist ihm unbegreiflich, dass wir auf sein Angebot nicht eingehen möchten, da er doch so tierlieb ist und wir für seinen ja einen anderen „los sind“!

 

 

                                  



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