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Kurznachrichten September 2004



Wieder mal Fernsehen im TH Siegen! Diesmal meldete sich die Ariane-film-gmbh aus Leipzig, die auf den Spuren der Vergangenheit wandelte. Gesucht wurden Tierschutzvereine in Westdeutschland, die eine Partnerschaft mit einem Verein der neuen Bundesländer pflegen. Nach der Wende gab es mehrere, doch viele Beziehungen sind wohl im Laufe der Zeit mehr oder weniger "eingeschlafen". So war unser Erstaunen groß, als wir von der Filmgesellschaft erfuhren , dass sie außer Siegen (die Partnerschaft zwischen dem TSV für Plauen u.U. e.V. und dem TSV für Siegen u.U.e.V besteht seit 1990)keinen weiteren Verein gefunden hatten, der noch aktive Beziehungen zu einem TSV in Ostdeutschland unterhält. So besuchte uns das Film-Team hier vor Ort. Da gab es viel aus der Vergangenheit zu erzählen von dem, was man an Tierschutzaktivitäten seit 1990 gemeinsam durchlebt hatte. Angefangen von den "Mauerhunden"- davon hatten wir damals auch mehrere übernommen- über Beratung beim Vereinsaufbau, Hilfe bei Behörden, Besuche vor Ort, sowohl von West- als auch von Ostseite, bis hin zur praktischen Hilfe in Form von Sachspenden usw. war es eine breite Palette gemeinsamer Erinnerungen, auf die wir zurückblickten. Zwischen der Vereinsvorsitzenden Karin Oettmeier und der Tierheimleiterin Heidi Kampmeier ist inzwischen eine echte Freundschaft entstanden, so dass man sich in schwierigen Situationen auch schon mal gegenseitig das Herz ausschüttet, und oft kommt dann ein Rat, auf den man selbst vielleicht gerade gar nicht gekommen ist. In einem 7minütigen Beitrag will Ariane-film-gmbh über diesen Austausch berichten und einige Impressionen vom Siegener TH zeigen, über dessen zukunftsorientierte Einstellung sie sich sehr lobend äußerten. Sehr zufrieden und mit vielen Dankesworten verabschiedete sich das Film-Team gegen Abend und fuhr wieder heimwärts. Wir hoffen mit ihnen, dass sie mit der Ausstrahlung ihr Anliegen deutlich machen können: gemeinsam kann man eine Menge erreichen!

"Glück im Unglück" hatte kürzlich eine kleine Wildente. Eine Frau kam abends spät nach Hause und fand auf dem Bürgersteig eine Wildente, die am Flügel blutete. Das Tier ließ sich- wohl auf Grund seiner Verletzung- relativ leicht greifen und die Frau konnte es mit ins Haus nehmen. Nach telefonischer Rücksprache mit dem Notdienst wurde die Entendame mit Futter und Wasser versorgt und am nächsten Morgen früh in die Praxis von einem unserer Vertragsärzte gebracht. Nach eingehender Untersuchung stellte die Ärztin fest, dass im Flügelknochen an einer Stelle- vergleichbar dem menschlichen Handgelenk -ein Trümmerbruch vorlag, so dass als einzige Möglichkeit eine Amputation des Knochenstückes blieb. Diese verlief jedoch völlig problemlos und glücklicherweise kannte die Ärztin eine Familie, die mehrere kleine Teiche auf ihrem Privatgrundstück besitzt und schon einige "Sozialfälle" an Schwimmvögeln beherbergt und pflegt. Dort durfte die kleine Entendame einziehen und hat nun trotz ihrer Behinderung ein sicheres Zuhause für ihr hoffentlich noch lange dauerndes Entenleben gefunden.



Tierquälerei aus Unwissenheit Bitte machen Sie einen Besuch bei Familie X, da gibt es einen Hund, der kann kaum noch stehen , so lautete die Meldung. Die Tierheimleiterin fuhr hin und fand einen alten Schäferhund in einem entsetzlichen Zustand vor. Aus beiden Ohren lief in Strömen der Eiter, das Tier war zum Skelett abgemagert und am ganzen Körper von Eitergeschwüren bedeckt. Der Gestank, der von dem armen Geschöpf ausging, war kaum zu ertragen. Nach langem Zureden gelang es der Tierschützerin, die Leute zur Abgabe des Hundes zu bewegen. Sie liebten ihn zwar und er hatte noch kein böses Wort von ihnen gehört, mit der Krankheit aber waren sie völlig überfordert und nicht in der Lage, das Tier auch nur halbwegs ordentlich zu versorgen. Selbst der Tierarzt, dem der Schäferhund am nächsten Morgen vorgestellt wurde, war zutiefst erschüttert, als er den Rüden sah, der trotz seiner schweren Schmerzen unglaublich lieb und geduldig war.

 

Über eine halbe Stunde dauerte die Prozedur, alle Eitergeschwüre zu säubern und zu versorgen sowie seine Ohren zu behandeln. Viele andere Hunde hätten gnadenlos zugebissen, aber "Teddy Rex" ist ein echter Schatz und verdient wahrhaftig die Tapferkeitsmedaille! Er hat sich schon wieder etwas erholt, hat knapp zwei Kilo zugenommen, nimmt brav seine Medikamente, lässt sich die Ohren auswaschen und seine Wunden spülen und ist auf dem besten Weg, trotz seiner fast 12 Jahre wieder ein gesunder, fröhlicher Hund zu werden, der nach so tapfer ertragenem Leiden wirklich Anspruch auf einen tollen Alterspflegeplatz hat. Vielleicht bei Ihnen?


"Kommt ein Vogel geflogen" Recht häufig erreichen uns Anrufe, dass Brieftauben zugeflogen sind. Bei unverletzten Tieren raten wir, einfach Futter und Wasser hinzustellen und in aller Regel fliegen die Tauben nach einer mehrtägigen Rast weiter zum heimatlichen Schlag. Falls nicht, so ist es meist müßig, auf Grund der Ringnummer den Besitzer ausfindig zu machen, der in aller Regel das Tier nicht zurück haben will, wenn es nicht alleine nach Hause findet. Doch- keine Regel ohne Ausnahme -und von einer solchen soll hier berichtet werden. Wir erhielten einen besorgten Anruf bezüglich einer zugeflogenen Taube, die ein etwas seltsames Verhalten an den Tag legte. Sie hatte sich bei einem Herrn einen Schlafplatz im Keller ausgesucht und marschierte jeden Abend gegen 19 Uhr zu Fuß durch die offen stehende Tür ii ihr selbstgewähltes Gemach. Morgens wartete sie gurrend darauf, dass die Kellertür geöffnet wurde, und trippelte auf dem selben Weg wieder hinaus.

 

Dieses nicht alltägliche Verhalten bewog den tierfreundlichen Herrn, sich bei uns zu melden, da er befürchtete, die Taube habe eine Verletzung am Flügel und benutze deshalb diese für einen Vogel eher ungewöhnliche Fortbewegungsmethode. Ein Mitarbeiter fuhr hin, fing mittels Käscher das Tier ein und rief die auf dem Fußring stehende Telefonnummer des Taubenbesitzers an. Die erste Reaktion war typisch: er wohnte 3 Stunden entfernt und fand es nicht wirklich lohnend, die Fahrt auf sich zu nehmen. Als er jedoch die Ring-Nr. hörte, sah die Sache für ihn plötzlich anders aus, da es wohl eine seiner besten Brieftauben war. Tags darauf stand dann ein Taxi vorm TH, um das Tier abzuholen. Schön, dass die Taube wieder zu Hause ist, aber was wäre wohl passiert, wenn es eine andere Nummer gewesen wäre?

 

Lügen haben kurze Beine! Es passiert ja leider häufiger, dass wir im TH von Leuten belogen werden, die ein Tier haben oder abgeben wollen. Aber von Tierfreunden belogen zu werden, denen man schon mehrmals geholfen hat, ist neu und tut schon weh! Eine Dame, die sich für den Tierschutz in der Türkei engagiert, hat des öfteren Hunde von dort aufgenommen und dann hier in Deutschland ein neues Zuhause für sie gesucht. Wir halfen bereitwillig, indem wir die Tiere- recht schwer zu vermittelnde Kangals- als Notfall auf unsere Homepage setzten, wodurch sie auch jedes Mal relativ rasch ein Zuhause fanden. Vor einigen Wochen tauchte besagte Dame mit einem sehr scheuen schwarzen Rüden bei uns auf, den sie nach eigener Aussage gefunden hatte. Da wir ja für Findlinge zuständig sind, nahmen wir das Tier selbstverständlich auf, ließen den Rüden impfen , chippen und kastrieren und unsere Tierpfleger gaben sich sehr viel Mühe, um dem ängstlichen "Peter" seine Furcht zu nehmen. Nach einiger Zeit fand der Hund auch ein gutes Zuhause bei sehr netten Leuten. Tags darauf meldete sich telefonisch eine Tierschützerin, die Hunden aus der Türkei zu deutschen Familien vermittelt. Sie hatte Peter auf der Homepage des Siegener Tierheimes gesehen und ihn sofort als einen ihrer Schützlinge wiedererkannt, den sie an die Siegener " Hundefreundin" abgegeben hatte. Diese hatte ihn dann ohne jegliche Absprache einfach ins TH abgeschoben. Warum nicht offen miteinander umgehen? "Peter" wäre eine unnötige Impfung und Entwurmung erspart geblieben, dem Tierschutzverein dadurch entstandene unnötige Kosten, wir hätten genaues Alter sowie Vorgeschichte gewusst und wie bitte soll ein Tierarzt bei eventuellen regionstypischen Krankheiten eine Diagnose stellen können, wenn nicht mal bekannt ist, dass es sich um einen türkischen Hund handelt? Helfen ja, so gut jeder kann, aber auf diese Weise- nein danke!!! 


 

 

Zum Schluß noch eine Geschichte: Einen relativ seltenen Gast bekamen wir noch am letzten Tag im September durch die Polizeidienststelle Siegen als Findling ins TH. Ein schwarzes Schaf irrte schon seit 2 Tagen durch die Pampa und konnte nun durch den Einsatz eines Beamten sicher gestellt werden. Der kräftige, große Schafsbock wurde (vorläufig) in einen (leeren) Hundefreilauf einquartiert, wo er sich sofort heimisch fühlte. Wir fragen uns nun, ob das nette Böckchen wirklich das einzige schwarze Schaf im TH Siegen ist.

                                  



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