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Kurznachrichten Mai 2004




Wie ein bunter Hund: Ein 3 Monate alter Bordermix-Welpe wurde von einem Ehepaar als angeblicher Findling im Tierheim abgegeben. Da die Angaben von den Leuten der Tierheim-Leiterin sehr suspekt erschienen, hakte sie nach und es stellte sich sehr schnell heraus, dass es sich bei dem Hundebaby in der Tat nicht um einen Findling, sondern um den Hund der Schwägerin handelte. Diese war im Tierheim bestens bekannt, weil sie sich bereits etliche Hunde von wer-weiß-wo angeschafft und nach Nichtgefallen wieder im Tierheim abgegeben hatte. Bekannt wie ein bunter Hund sozusagen - auch wenn sie uns dieses Mal einen schwarz-weißen gebracht hätte. Das war übrigens auch der Grund, weshalb sie sich nicht traute, selbst vorbei zu kommen.

 

 

 

Vatertag im Tierheim?!: Anruf im Tierheim an Fronleichnam, auch als "Vatertag" gefeiert: "Ich habe eine wunderschöne Burmakatze, die rollig ist. Habt ihr vielleicht einen netten Kater, der sie eben mal decken könnte? Ich würde sie auch gleich vorbei bringen!" Das Tierheim Personal konnte es kaum glauben, doch dem Anrufer war die Sache sehr ernst und er widerum konnte es nicht fassen, dass wir sein Angebot ablehnten - wo er doch gerade zum Vatertag einen Kater glücklich machen wollte!


Des einen Freud ist des anderen Leid: Auch in diesem Monat blieben wir nicht verschont von außergewöhnlichen Abgabegründen: Da gab es "Commander" der mittlerweile zum 3. Mal im Tierheim landete, zuletzt war er 2 Jahre bei einer Frau, die den hübschen Huskymix letztendlich zu uns brachte, weil sie sein haaren nicht mehr ertrug! Oder Kater "Lucky", der abgegeben wurde, weil er "Einfach nicht mehr in mein Leben passt!", laut Vorbesitzerin. Den lustigsten Abgabegrund jedoch lieferten uns die neuen Besitzer von "Jack", einem kleinen, wuscheligen Ibiza-Hund: Der kam ins Tierheim zurück, weil er den Leuten zu lieb und zu ruhig war! Unsere Pflegekatzen-Mama und Außendienstmitarbeiterin Frau Iba nutzte die günstige Gelegenheit und gesellte ihrer Hündin den netten, unkomplizierten Jack dazu. Des einen Leid war hier eben des anderen Freud - und für Jack freut uns diese gute Vermittlung natürlich besonders!

 

Für vieles, aber nicht für alles zuständig: Ein besorgter Bürger rief bei der Polizei an und diese leitete den Anruf an unseren 24 Stunden-Notdienst weiter: Der tierfreundliche Herr hatte in luftiger Höhe von ca. 7 m in einem Baum ein Vogelnest entdeckt, das von einem Amselpärchen erbaut worden war. Seiner Meinung nach schien das Nest jedoch nicht fest genug verankert zu sein, so dass er befürchtete, ein heftiger Windstoß könne es zur Erde befördern. Mit der Erklärung unseres Mitarbeiters, dass Vögel in der Regel doch recht geschickt im Bau ihres Eigenheimes seien, war der Herr keineswegs einverstanden. Er hatte wahrhaftig erwartet, wir würden das Nest abstützen, damit nichts passieren könne und zeigte sich maßlos enttäuscht, dass wir da wirklich nicht helfen konnten - zumal unser Mitarbeiter noch einem anderen - wirklich dringenden - Notruf nachgehen musste.

 

Kastrierte Katzenwelpen - gibt es das??: Aufgeregt meldete sich eine Frau im Tierheim: In der Siegener Oberstadt liefen zwei hilflose Katzenbabys an einer stark befahrenen Durchfahrtsstraße und suchten wohl offensichtlich nach ihrer Mutter. Der Frau taten die Kleinen so leid, sie erzählte, dass sie die Babys mit Futter versorgte, aber die Katzenmutter doch nicht ersetzen konnte. Sofort fuhr eine Außendienst-Mitarbeiterin vor Ort und musste schmunzeln: Am verabredeten Treffpunkt stand eine Frau mit einer ausgewachsenen Katze auf dem Arm, in einer Mülltonne daneben suchte das andere "Katzenbaby", ein ebenfalls erwachsenes Tier gierig nach Futter. Diskussionen waren überflüssig, die Tierheim-Mitarbeiterin nahm die Katzen zu deren Sicherheit mit ins Tierheim, bevor sie noch überfahren wurden. Beide Tiere waren kastriert, tätowiert und registriert, so dass sie - leider wieder - dem rechtmäßigen Besitzer zugeführt werden konnten. Leider deshalb, weil der nicht einmal Geld für die Auslöse der Katzen hatte (15 €), regelmäßige Fütterung für ihn ein Fremdwort war ("Die fangen sich doch Mäuse, oder?") und die Tatsache, dass die Wohnung mitten in der Oberstadt an einer recht befahrenen Straße lag, schien ihn auch nicht weiter zu beunruhigen. Wir wünschen den beiden ausgehungerten Katzen noch ein langes, glückliches Katzenleben!


 

 

Rettung in letzter Sekunde: Von der Feuerwehr wurde uns eines Morgens ein kleines Kaninchen gebracht. Es musste während der Fahrt mit Sauerstoff notversorgt werden, denn es war nur noch sehr kurzatmig. Dies war allerdings auch kein Wunder, wurde der kleine Hoppelmann doch Opfer eines Wohnungsbrandes in Siegen! Es konnte in letzter Sekunde aus dem brennenden Haus von der Feuerwehr gerettet werden.

 

 

 

Ein kleiner Teil seines Fells war schon versengt, ansonsten ist es glücklicherweise unverletzt geblieben. Nun sitzt der Nager bei uns im Kleintierdorf und erholt sich von dem großen Schrecken. Seine Besitzerin hat sich bereits bei uns gemeldet und alle sind froh, dass "unser Brandkaninchen" alles so gut überstanden hat!


Todesurteil für ein Bambi? Im Tierheim rief eine Frau an, die bei einem Waldspaziergang ein aus ihrer Sicht mutterloses Rehkitz fand. Wir hofften, dass sie das Tier nicht angefasst hatte und fragten nach. "Oh, das war so süß, ich habe es nur einmal kurz gestreichelt…!" Dann erklärten wir der Frau, dass bei meistens anscheinend mutterlosen Tieren, sich die Ricke ganz in der Nähe aufhält und auf jeden Fall zu ihrem Kitz zurückkommt - es sei denn, Menschen befinden sich ständig im näheren Umkreis und fassen womöglich das Kitz auch noch an. Wir informierten den zuständigen Jagdpächter, der fuhr sofort hin, rieb das kaum einen Tag alte Kitz mit Gras ab und setzte es einige Meter weiter in den Wald, damit es die Mutter abholen konnte und andere Menschen es nicht entdeckten. Soweit so gut. Gegen Abend wieder ein Anruf im Tierheim: Im Wald wäre ein mutterloses Rehkitz. Selbe Stelle, selber Ort. Auch hier wieder die Belehrungen, sich fern zu halten, auf gar keinen Fall das Tier anfassen, informieren des Jagdpächters. Der fuhr zum zweiten Male hin, aber das Reh war weg, stattdessen jede Menge Schaulustige. Die Frau vom ersten Anruf erzählte allerlei Leuten von ihrer Entdeckung im Wald und da waren einige darunter, die das Kitz mit eigenen Augen sehen wollten und pilgerten dorthin. Die zweite Anruferin fand, das Reh müsste unbedingt gerettet werden und nahm es - trotz vorheriger Belehrungen - einfach mit. Der Jagdpächter hatte nun keine Chance mehr dieses Tier jemals wieder seiner Mutter zuzuführen! Die irrt wahrscheinlich jetzt noch verschreckt im Wald umher, hat Angst vor den Menschen und sucht ihr Kitz. Leider vergeblich!

 

 

Wir appellieren noch einmal an alle, die ein anscheinend mutterloses Rehkitz im Wald finden: Auf gar keinen Fall anfassen! Halten Sie sich fern! Kontaktieren Sie den zuständigen Jagdpächter! Die Tel. kann Ihnen die Polizei oder wir im Tierheim nennen!

 


... wenn´s dem lieben Nachbarn nicht gefällt! Da gab es eine nette Familie mit zwei netten Katzen. Die Katzen führten ein wunderbares Leben, wurden gut versorgt und waren Freigänger. Dummerweise gingen beide Tiere auch öfters in Nachbars Garten, was dem Nachbarn gar nicht recht war! Er beschwerte sich bei den Katzenbesitzern und diese versuchten ihren Katzen Maggy & Moe begreiflich zu machen, besser das Nachbargrundstück zu meiden! Leider begriffen die Katzen den Ernst der Sache nicht und blieben eben nicht nur auf dem eigenen Grundstück. Der Nachbar indessen übte Druck aus auf die Katzenbesitzer, bekam plötzlich auch noch Unterstützung vom Vermieter der Leute (der ja eigentlich auch gar keine Katzen leiden kann...) und die Menschen von dem Katzenpaar wußten sich eines Tages keinen Rat mehr, als zur Sicherheit für die Katzen, diese ins Tierheim zu bringen!Schweren Herzens und unter Tränen standen die Leute im Tierheim und verabschiedeten sich von den zwei tollen Katzen. Der Mann saß übrigens im Rollstuhl und der Familie war es aus verschiedenen Gründen nicht möglich, sich z.B. eine andere Wohnung in katzenfreundlicher Umgebung zu suchen. Nun warten die total verschmusten Tiere auf neue Besitzer - die ehemaligen hoffen, dass sie diese bald finden und trauern ihren Samtpfoten nach.

 

Kindermund: Regelmäßig kommt eine nette Frau in unser Tierheim zum Katzen schmusen. Eines Tages brachte sie den 5 jährigen Sohn ihres Lebensgefährten mit. Anfangs ging er ja noch begeistert mit in die Stuben, nachher aber dann wurde es ihm doch zu langweilig und er quengelte rum. Als die Frau meinte, nur noch einen Kater streicheln zu wollen, der es besonders nötig hatte, fand der Kleine das okay. Später fragte er: "Und - hat er sich glücklich gefühlt?" Wir mussten grinsen und bestätigten ihm, dass sich der Kater ganz bestimmt glücklich gefühlt hatte. Da war der Junge zufrieden und der Kater sicherlich auch! Toll, wenn schon die ganz Kleinen sich um das Wohl der Tiere Gedanken machen!

 

 

                                  



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