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Kurznachrichten März 2004




Kaninchen suchen neues Zuhause: Eine Dame rief im Tierheim an und sagte, man habe ihr in der vergangenen Nacht einen Karton mit 6 Zwergkaninchen vor die Türe gestellt! Da sie aber selbst schon 4 Tiere besitzt, wisse sie nun nicht wohin mit den Findlingen. Sie bringt die Kaninchen gegen Abend vorbei und weiß zufällig ganz genau, dass es sich dabei um 5 Weibchchen und 1 kastriertes Böckchen handelt. Seltsam...!

 

Heute geschlossen?!: Geschlossener Dienstag? Von wegen! Der Notdienst hatte Großeinsatz! Anruf mittags: Hund gefunden - bitte abholen! 2 Stunden später, erneuter Anruf: Hund zugelaufen - sofort kommen! Kurz darauf bat der Kreisveterinär um Hilfe: 3 Katzen wurden aus völlig desolaten Verhältnissen herausgeholt und im Tierheim einquartiert. Ein sehr turbulenter Dienstag und wieder einmal zeigte sich: "Geschlossen" heißt noch lange nicht "nichts zu tun"!


Verletzter Schneemann: In Geisweid melden Bewohner eines Hauses, dass sich seit Tagen eine weiße Katze bei Ihnen ums Haus herum aufhält, die offensichtlich kein Zuhause hat und dort aber nicht bleiben kann. Einer ehrenamtliche Helferin gelingt es, die Katze einzufangen. Im Tierheim stellen wir wenig später fest, dass der Kater eine entsetzliche Verletzung hat: Am Bauch befindet sich eine über 7 cm lange Schnittwunde, aus der dicker, gelber Eiter quillt. Nach einer Sofortbehandlung beim Tierarzt wird "Schneemann" intensiv gepflegt: Er bekommt Antibiotika und die Wunde wird täglich gründlich gespült. Nach 10 Tagen ist der hübsche, zutrauliche Kater auf dem Wege der Besserung und hofft nun, nicht mehr als Streuner leben zu müssen, sondern bald ein tolles Zuhause mit Familienanschluß zu finden!

 

Wild, alt, krank und letztendlich tot: Ein Herr aus Weidenau meldet sich im Tierheim und teilt mit, er füttere schon länger eine halbwilde Katze, die wohl krank sei. Bei dem Versuch das Tier einzufangen, wurde eine Mitmieterin so schwer gebissen, dass sie ins Krankenhaus musste. Nun sollten wir unser Glück versuchen. Wir baten ihn, die Katze mit Futter ins Haus zu locken, damit wir sie eher einfangen konnten. Einige Tage später rief er voller Stolz an, dass Tier befinde sich nun im Hausflur. Zwei Tierheim-Mitarbeiter machten sich gleich auf den Weg und fanden ein von Keller bis Dach offenes Treppenhaus eines 10 stöckigen Hauses vor. Tolle Bedingungen für ihr Vorhaben... "Stunden" später sahen sie in einer dunklen Ecke fauchend einen großen Kater. Nachdem die gesamten Schaulustigen vor die Türe gebeten wurden und endlich Ruhe herrschte, gelang es irgendwie das Tier einzufangen. Der Tierarzt stellte später fest, dass es sich um einen uralten, totkranken Kater handelte, dessen Maul,- und Halsbereich voller Tumore war und der deshalb leider eingeschläfert werden musste. Wenigstens ist ihm so ein langer, qualvoller Tod erspart geblieben!


Aufregende Vogelfangaktion: Im Tierheim klingelt das Telefon: " Könnt Ihr mal schnell vorbeikommen? Hier sitzen 2 Papageien auf einem Baum, aber wir kriegen sie nicht...!" Bewaffnet mit einem Fangnetz fährt ein Mitarbeiter zusammen mit einer ehrenamtlichen Helferin los. Einen der Vögel - er ist leicht verletzt - hat eine geschickte Tierfreundin inzwischen einfangen können, der zweite macht es den Tierschützern nicht leicht ihn zu retten. Er fliegt immer höher in die Spitze des Baumes, so dass unseren Mitarbeitern nichts anderes übrig bleibt, als hinterher zu klettern und den Vogel mittels Fangnetz zu "pflücken". Im Tierheim angekommen stellen wir fest, dass es sich um ein Pärchen Rotmaskensittiche handelt, die sich heißhungrig auf das angebotente Futter stürzen.

 

Am nächsten Tag schon haben die beiden sich so gut erholt, dass sie in die große Voliere umgesetzt werden können. Wer ihnen "netterweise" diesen Freiflug gewährt hat, den die beiden in der freien Natur nicht lange überlebt hätten, bleibt wohl für immer ungeklärt. Ein Besitzer der Tiere hat sich - wie so oft - nicht gemeldet!

 

Verletzt oder nicht verletzt ? Eine junge Frau kam am späten Nachmittag mit einer Reisetasche in der eine Katze lag. Diese sei ihr mittags aus dem Fenster gefallen und offensichtlich verletzt. Sie bat die Tierheim- Mitarbeiterin einmal nach zu sehen, ob die Katze womöglich die Hinterbeine gebrochen hätte… Auf die Frage, warum sie nicht gleich zu einem Tierarzt gefahren ist, zuckte die Frau nur mit den Schultern: "Kein Geld!" Als sie noch gefragt wurde, wieso sie dann erst bis zum Abend wartete um ihre Katze versorgen zu lassen, wurde sie sehr unfreundlich. Schließlich hätte sie ein Kind, und auch noch andere Sachen zu tun! Hier erübrigt sich jeder Kommentar. Wir machten telefonisch einen sofortigen Tierarzttermin für die Frau klar und sie zog mit ihrer Reisetasche von dannen. Später berichtete eine Helferin, die Frau sei mit einem Motorroller unterwegs gewesen, und habe sich die Reisetasche zwischen die Beine gestellt. Hier kann man ja nur hoffen, dass die Katze unterwegs nicht noch einmal wo runter gefallen ist…!

 

Hund auf der Schnellstraße: Einer mutigen Tierfreundin gelingt es auf der stark befahrenen HTS einen ziellos umherirrenden Hund einzufangen. Unser Mitarbeiter nimmt das völlig verstörte Tier in Empfang. Später melden sich die Besitzer der SH-Mix-Hündin im Tierheim und bekommen im Nachhinein noch weiche Knie und blasse Gesichter, als sie die Geschichte hören. Sie schwören, dass der beherzten Finderin ein Blumenstrauß sicher ist! Verdient hat sie ihn.


Der Freiheit beraubt: Ein "Tierfreund" aus Bad Berleburg muss dringend 3 Amazonen abgeben. Als unser Mitarbeiter die Vögel ins Tierheim bringt, sind wir schockiert: Die Tiere sehen total krank und wie gerupft aus, angeblich hat der Vorbesitzer sie in diesem Zustand übernommen und war mit der Pflege überfordert. Uns stellen sich die Nackenhaare hoch, als wir in den mitgebrachten Papieren lesen, dass es sich um "echte Wildfänge" handelt, die nach Deutschland importiert wurden. Unser Tierarzt untersucht noch, ob sich eine Krankheit oder psychisches Problem hinter dem schlimmen Aussehen der Tiere verbirgt. Uns jedenfalls blutet das Herz wenn wir sie ansehen: Geboren in völliger Freiheit, von gewissenlosen Menschen eingefangen und nun dazu verurteilt den Rest ihres Lebens hinter Gittern zu verbringen. Selbst wenn das "Gefängnis" noch so groß und komfortabel ist - niemals wird es ihnen die Heimat ersetzen können!

Mozart mitten im Walde: Kurz nach 20.00, wir sind gerade dabei das Katzenhaus abzuschließen, bringen zwei junge Leute uns noch eine Fundkatze vorbei. Es handelte sich um einen völlig verfilzten, abgemagerten Perserkater, der dem Pärchen plötzlich mitten im Wald nahe des Bürbacher Fußballplatzes laut miauend entgegenlief. Da er sehr anhänglich war, nahmen die beiden ihn kurzerhand mit und brachten ihn uns. "Mozart" hatte auch völlig entzündete Ohren, ertrug aber dennoch die Erstbehandlung mit freundlichem Schnurren. Überhaupt war er ein sehr netter Kater, dessen Zutraulichkeit in dem Falle sein Glück war.

 

Wer weiß, wie lange der arme Perser schon im Wald lebte - seinem Zustand nach zu urteilen schon eine ganze Weile! Wie er dorthin kam und wer sich seiner entledigte - wir werden es wohl nie erfahren. Leider hat nie jemand nach ihm gefragt, aber der nette "Mozart" hatte das Glück, nach vollendeter tierärztlicher Behandlung in ein neues Zuhause vermittelt zu werden!



Phantasie hatte er ja... Eines Abends kam hektisch ein Mann ins Katzenhaus mit einer Katze auf dem Arm(!) Angeblich hatte er diese am gleichen Morgen unter seinem Auto gefunden. Der Mann arbeitete, seiner Aussage nach in Köln und er nahm die Katze kurzerhand mit, weil die ja nicht von alleine unter seinem Fahrzeug wegging. Unterwegs bemerkte er plötzlich, dass das Tier aus der Scheide blutete und da er ja ein großer Tierfreund ist, fuhr er sogleich mit der armen Katze zum Tierarzt. Der diagnostizierte einen Blasenstein, gab ihm einige Globulis mit und knöpfte dem "armen Tierfreund" auch noch 97 € Behandlungskosten ab!

 

Es verstand sich ja von selber, dass er unter gar keinen Umständen auch noch eine Abgabegebühr für diese Katze zahlen wollte, wo er doch schon so viel Engagement gezeigt hat und vor allem, es sich ja nicht einmal um seine eigene Katze handelte…

 

In der Tat war es nicht nicht seine, nämlich die eines Kollegen und "Blanca" hatte keinen Blasenstein, sondern eine Fehlgeburt! Wir haben nämlich nicht nur eine kompetente Tierärztin, sondern auch pfiffige "Spürnasen", die schon so mancher unglaublichen Geschichte zur Wahrheit verholfen haben!

 

 

                                  



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