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Kurznachrichten November 2004



Samstag Nachmittag: Das TH ist längst geschlossen und wir erledigen zu zweit noch die letzten Handgriffe, da klingelt es am Tor. Davor stehen zwei junge Frauen und ein Mann mit einem Karton unter dem Arm. Drinnen befinden sich 4 kleine Kätzchen, vielleicht 10 Wochen alt. Wortreich berichten die Frauen, dass sie den Karton mit den Babies gerade vor ihrer Haustür gefunden hätten. Was tun? Sie haben ja schon zwei Katzen daheim! „Na, kommen Sie erst mal rein!“ Die TH-Leiterin mag der lautstark hervorgesprudelten Erzählung nicht so recht glauben und sagt den Frauen auf den Kopf zu: „Nun sagen Sie doch bitte die Wahrheit, das sind doch ihre eigenen Tiere!“ Flammende Empörung bei den Damen: „Wie können Sie uns das unterstellen! Wir finden die Tiere, bringen sie extra vorbei und Sie zweifeln an unserer Aussage!“ Die Leiterin schweigt erst mal, die Katzenkinder werden erst mal in einem Notquartier untergebracht, weil das Katzenhaus gnadenlos überfüllt ist und dann geht es an das Unterschreiben der Findlingsverträge. Die beiden Frauen werden darauf hingewiesen:“ Sie bestätigen jetzt mit ihrer Unterschrift, dass Ihre Angaben der Wahrheit entsprechen, andernfalls werden wir mit Rechtsmitteln gegen Sie vorgehen!“ Damit haben sie nicht gerechnet, sie werden sehr kleinlaut, drucksen herum, die eine wird sogar tatsächlich rot. „Also, um die Wahrheit zu sagen...“ „Ja?“ „nun, es sind tatsächlich unsere eigenen Katzen!“ Wir wollten eben die Kosten sparen!“ Nun kramen sie in ihrem Geldbeutel herum, legen einen Bruchteil der Abgabegebühr hin, weil sie angeblich nicht mehr dabei haben. Ob wir den Rest jemals bekommen werden, scheint uns mehr als fraglich.

 


Aber außerhalb der Öffnungszeit 4 ungeimpfte, nicht entwurmte Katzenkinder abgeben, in einem tollen Schlitten vorfahren, aber nicht bereit sein, einem gemeinnützigen Verein die korrekte Abgabegebühr zu zahlen, die ohnehin sehr niedrig ist, uns geradewegs in die Augen zu schauen und dabei so dreist zu lügen- das ist wirklich ein starkes Stück! Die TH-Leiterin schluckt ihren Zorn hinunter und bittet inständig darum, doch wenigstens die Muttertiere jetzt kastrieren zu lassen, da so ja der nächste Wurf vorprogrammiert ist. Versprochen wird es, aber ob man es den beiden jungen Frauen auch wirklich glauben kann? Das Katzenelend nimmt kein Ende, und so überfüllt wie in diesem Jahr waren wir- trotz neuem großen Katzenhaus – noch nie. Und nun haben wir wieder 4 mehr... Alltag im Tierheim!

 

Fernsehaufnahmen im Tierheim: Wieder einmal war unser Tierheim Kulisse für eine Fernsehsendung, genauer gesagt, für einen Einspielfilm der Sendung „Tiere suchen ein Zuhause“ im WDR. Diesmal ging es um das Thema „Tiere und Weihnachten“. Lesen Sie mehr...


Ein ganz normaler Samstag: Sa.-Nachmittag 15 Uhr, Feierabend im Tierheim! Auch das Mädel, das zwar seine „normale“ Schicht hinter sich hat, nun aber für den Not- und Bereitschaftsdienst zuständig ist fährt heimwärts. Wenns ruhig bleibt, könnte man ja mal einen gemütlichen Fernsehabend daheim andenken, bei dem Schnee- und Regenwetter draußen ganz schön verlockend! Ja Pustekuchen! Augenblicklich, scheinbar animiert von solch „ sündigen“ Gedanken, klingelt das Nothandy. „Hallo, eine braune Hündin ist in Hilchenbach zugelaufen, muß abgeholt werden!“ Das Notdienst-Mädel seufzt, aber nur ganz leise, denn Dienst ist Dienst, und macht sich auf den Weg.

 

Es findet eine pudelnasse, etwas verfilzte kleine Wachtelhündin vor, die augenscheinlich völlig erschöpft ist und im Tierschutzauto augenblicklich einschläft. Was ist das? Schon wieder das Nothandy? Ein Herr in Geisweid meldet eine zugelaufene Schäferhündin. Mädel bittet um Geduld. Es muß ja erst Hündin 1 ins TH bringen und einquartieren und kann dann erst kommen! Der Herr reagiert ausgesprochen sauer. Innerhalb von einer Stunde hat jemand da zu sein, sonst will er „das Vieh“ wieder auf die Strasse setzten. Ist ihm doch egal! Mädel erklärt, beschwichtigt, bittet- umsonst, der Herr bleibt bei seiner Stundenfrist. Da Mädel weder zaubern kann noch Flügel hat, greift es zur absoluten Notlösung , ruft ein in der Nähe wohnendes Vorstandsmitglied an und bittet um Hilfe.

  

Vorstandsmitglied hat zwar privaten Termin- so was soll sogar bei Tierschützern schon mal vorkommen – sagt aber sofort privaten Termin ab und unserem Mädel zu und holt Hund, damit der nette Herr die Schäferhündin nicht auf die Strasse setzen muß. Mädel ist mit Hund 1 noch nicht ganz im TH angekommen, da klingelt erneut das Nothandy. „Hallo, wir haben einen Hund gefunden, können Sie ihn holen?“ Mädel überlegt, wo dieser weitere Findling unterzubringen sei, ihm fällt so schnell nichts ein. In der Notbox sitzt ja noch der niedliche kleine Rüde vom Freitag, nach dem unbegreiflicherweise niemand fragt, dann die müde Hündin hier im Auto, dazu die Schäferhündin von dem netten Herrn aus Geisweid- was tun? Großer Gott, schon wieder das Handy! Halleluja, Entwarnung, der Besitzer des letzten Findlings wurde gefunden! Mädel füttert im TH die müde Wachtelhündin, diese verschlingt den Inhalt von zwei Näpfen und fällt danach sofort wieder in Tiefschlaf, versorgt die inzwischen von Vorstandsmitglied geholte Schäferhündin mit Futter- diese hat jedoch wenig Appetit- schließt das TH-Tor ab und will heimwärts,- da klingelt das Nothandy! „Hallo, uns ist ein Hund zugelaufen, können Sie ihn holen?“ Mädel überlegt kurz, ob es in Tränen ausbrechen soll, würde aber auch nicht helfen, entscheidet sich also dagegen, und erklärt dem Herrn am Telefon die Situation. Nun gibt es ja nette Mitmenschen (siehe Herr aus Geisweid) und wirklich nette Mitmenschen, und dieser Herr hier gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Er erklärt sich spontan bereit, den Hund über Nacht zu behalten und- sollte sich kein Besitzer finden – ihn am Sonntagmorgen ins TH zu bringen. Mädel beschließt augenblicklich, ihn in ihr Nachtgebet einzuschließen.

Am nächsten Tag entzerrt sich die Situation: Die Geisweider Schäferhundedame wird abgeholt, für die müde, verfressene Wachtelhündin brauchen wirkein neues Zuhause zu suchen, da sie schon vermisst wird, -sie war bei einer Jagd entlaufen und auch der wirklich nette Herr bringt keinen Findling, da sich glücklicherweise auch hier der Eigentümer gefunden hat. Bleibt nur noch der süße Kleine vom Freitag, den wir „Pelle“ tauften. Laut unseren Recherchen irrte er bereits 4 Tage in Siegen umher, ehe er sich einfangen ließ, da wird er uns wohl erhalten bleiben, denn es hat ja bisher auch niemand nach ihm gefragt. Für uns im TH beinahe schon Tagesgeschäft! Alles in allem war es doch wirklich nur ein ganz normaler Samstag!

Anruf im Tierheim: Hier befinden sich in einer Wohnung 8 Tiere, die Besitzerin ist sei Wochen nicht da, Sie müssen sofort helfen!“ Wir sind entsetzt. Wer hat die Tiere denn bisher versorgt? Mit Hilfe der Kreisveterinärin klärt sich vor Ort dann die Lage. Frauchen ist in Urlaub, hatte Bekannte um Versorgung gebeten, aber da nun das Futtergeld aufgebraucht war, sollten „die Viecher“ augenblicklich verschwinden. Es handelt sich um einen alten Rüden, 3 Katzen sowie 4 Ratten, die allesamt friedlich- Harmonie pur - miteinander durch die Wohnung laufen. Da man mit dem Hund jedoch so gut wie nie jemand „Gassi“ gegangen war und der Gute sich ja irgendwo lösen musste, sind die Räume in einem geradezu abenteuerlichen Zustand.  

 



 

 

Das scheint zwar die Tiere nicht weiter zu stören, aber um ihre weitere Versorgung zu gewährleisten, müssen sie nun doch ins Tierheim umziehen. Frauchen taucht zwar später mal bei uns auf, will aber lieber auswandern und eventuell den Rüden „Old Sam“ mitnehmen. Wir hören danach aber nie wieder von ihr, so dass wir, wenn die vom Kreisveterinär gesetzte Frist abgelaufen ist, wohl für alle 8 ein neues Zuhause suchen müssen.

Tierheimalltag – unsere täglichen Freuden… An einem sonnigen Mittag um 14.15 h steht ein älteres Ehepaar vor dem Tierheimtor und ruft eine vorbeieilende Mitarbeiterin heran. Sie fragen, ob es auch Katzen im Tierheim gäbe –angesichts unseres gut gefüllten Katzenhauses für uns eine merkwürdige Frage, aber gut, viele unserer Stubentiger sind trotz gut einsehbarer Außengehege nicht immer gleich zu sehen, weil sie die vielen Versteckmöglichkeiten nutzen. Den freundlichen Hinweis der Mitarbeiterin, dass die Öffnungszeit erst in ca. einer Dreiviertelstunde beginnt, alle Kollegen noch gut beschäftigt seien und damit auch leider keine Möglichkeit einer vernünftigen Beratung bestehe, wollen die Herrschaften nicht akzeptieren. Sie seien schließlich 30 km weit gefahren und wollen sofort ein Tier. Die Mitarbeiterin schluckt die Bemerkung herunter, dass das ihre tägliche Entfernung zum Tierheim ist und fragt freundlich, ob sie denn bei dem schönen Wetter nicht noch ein halbes Stündchen spazieren gehen wollten, dann sei die Zeit doch fast herum. Nein, das will der Herr auf gar keinen Fall, entweder sofort ein Tier oder gar keines! (Seiner Gemahlin scheint sein Auftritt auch eher unangenehm zu sein, aber sie widerspricht natürlich nicht.)

 

Gut, dann eben kein Tier, jedenfalls nicht von uns! Gnade Gott dem armen Geschöpf: Wie wollen solche Menschen Verständnis für ein Tier aufbringen, wenn sie noch nicht mal für unsere Arbeit Verständnis haben?

 

P.S. Wir nehmen unsere Arbeit und unsere Kunden sehr ernst, das heißt aber auch, dass wir mit ganzem Ohr und ganzem Herzen dabei sind, wenn wir eine Beratung machen. Wie soll das „zwischen Tür und Angel“, mit Besen in der Hand und Telefon am Ohr möglich sein?

Weihnachtsfeier der Hundeschule Animal-Learn-Team Susanne Hentschel im Tierheim erbrachte großzügige Spende: Die diesjährige Weihnachtsfeier der Partner-Hundeschule des Tierheimes fand in unserem großen, wenn auch unfertigen Versammlungsraum im Katzenhaus statt. Rund 50 Kunden der Hundeschule trafen sich zum gemütlichen Beisammensein.

 

Unser Katzenhaus bot sich vor allem deshalb an, weil es in Restaurants mittlerweile oft problematisch ist, dass manche der Teilnehmer gerne ihre Hunde mitbringen möchten. Diesmal waren es nur zwei, drei der kleineren Vierbeiner, die dabei waren, aber der große Raum bot eben auch die Möglichkeit, einfach mal die Plätze zu wechseln und mit den Leuten zu schwatzen, die man schon länger nicht mehr gesehen hat.



Dadurch entstand eine lockere und gemütliche Atmosphäre, in der alle sich wohl fühlten. Schön dekorierte Tische und ein lukullisches Essen trugen mit dazu bei. Ein fantastisches Büfett aus gespendeten Speisen der Teilnehmer sorgte dafür, dass niemand hungrig nach Hause gehen musste. Alle Besucher erhielten von Susanne Hentschel ein kleines Weihnachtspräsent, die neuesten Hundegeschichten wurden erzählt, Pläne für Kurse und Urlaube geschmiedet und neue Bekanntschaften geschlossen. Und so dauerte der Abend deutlich länger, als wenn er in einem Restaurant stattgefunden hätte…

 

Am Ende konnte Susanne Hentschel die stolze Summe von rund € 370,- als Spende an das Tierheim übergeben. Wir sagen ein herzliches Dankeschön dafür und freuen uns, wenn es allen Beteiligten gefallen hat!

                                  



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