Tierheim Siegen /// September
 

Kurznachrichten September 2006




Das erste hilfsbedürftige untergewichtige Igelkind des Jahres 2006 kam im September zu uns.

 

Der kleine Kerl – wir tauften ihn natürlich Mecki – hatte das Pech gehabt, in einen Lichtschacht zu stürzen und war schon fast ausgetrocknet. Eine Mitarbeiterin nahm ihn sofort mit nach Hause, da Mecki mit seinen gerade mal 70 Gramm rund um die Uhr Nahrung brauchte. Gierig leerte er jedes Mal sein Fläschchen mit Katzenwelpenaufzuchtsmilch und gedieh dabei prächtig.

 

Bald schon kannte er seine Pflegemama und rollte sich nicht mehr zu einer Kugel zusammen, wenn sie ihn zum Füttern in die Hand nahm. Nach etwa einer Woche begann er feste Nahrung zu sich zu nehmen und alle atmeten auf und wir wussten: Jetzt hat er es geschafft. Bis zum Spätherbst hat er noch viel Zeit, sich die benötigte Speckschicht anzufressen und wird wohl dann auch ganz normal seinen Winterschlaf halten können. Noch mal Glück gehabt, kleiner Igel!

 

 



7 auf einen Streich

Eine Überraschung erlebte eine Dame, die ihren Garten umgraben wollte. Als sie dabei einen größeren Stein anhob, saßen darunter 7 Feuersalamander eng aneinandergedrängt, deutlich als Vater, Mutter und 5 Jungtiere zu erkennen. Was tun mit den hübschen schwarzgelben Gesellen? Schließlich stehen sie ja auf der roten Liste und damit unter Naturschutz!

 

Kurz entschlossen packte die Dame Familie Lurchi ein – im Garten konnten sie wegen weiterer Grabarbeitern nicht bleiben – und brachte sie zu uns. Eine Mitarbeiterin war ein abgelegenes Feuchtgebiet inmitten von Wäldern bekannt, ein kleiner Bach fließt hindurch und dort leben auch schon Feuersalamander. So wurde die gesamte Familie dort „ausgesetzt“ und die putzigen Kerlchen können dort nun ein artgerechtes Leben in passender Umgebung führen, ohne von Hacke und Schaufel belästigt zu werden.

 

 

 

 

 

 



 

Ausgerechnet  am Eingangstor eines Friedhofes entdeckte ein Besucher einen Karton der ihm seltsam vorkam.

 

Er schaute hinein und sah mehrere Rennmäuse darin umherhuschen, die offensichtlich in heller Panik waren. Es hatte schon seit mehreren Tagen nicht geregnet, aber die kleinen Nager und auch der Boden des Kartons waren unerklärlicherweise völlig durchnässt.

 

Der Finder hatte offensichtlich Herz für Tiere, denn er brachte die gesamte 6-köpfige Gesellschaft zu uns ins Tierheim, wo die Rennmäuse sogleich in eine artgerechte Wohnung einquartiert und mit Futter versorgt wurden, auf das sie sich gierig stürzten.

 

 

Ihr Besitzer hielt es nicht Mal für nötig, die Tiere wenigstens in unsere Obhut zu geben. Welchen Wert hat denn schon das Leben einer Maus?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Sehr merkwürdig verhielt sich ein großer Hund, der mit seinem Herrchen auf einem Waldspaziergang unterwegs war.

 

Aufgeregt umkreiste das Tier ein Gebüsch, kehrte hechelnd zu seinem Menschen zurück und lief wieder zu dem Gebüsch, so dass Herrchen erkannte: „Hier stimmt was nicht!“

 

Beim Durchsuchen der Büsche fand der Hundebesitzer ein winziges, rauchfarbenes Katzenkind, vielleicht 3 – 4 Wochen alt, das da zitternd auf dem Boden hockte. Der Tierfreund nahm das Kätzchen mit und brachte es zum Tierheim, wo es umgehend versorgt und in ein warmes Körbchen gesetzt wurde, was es mit eifrigem Schnurren quittierte. Das kleine Katerchen bekam den Namen „Murphy“ und konnte kurze Zeit später in eine private Pflegestelle umziehen, wo es noch etwas aufgepäppelt werden sollte. Ansonsten war es aber gesund und munter und so fand sich glücklicherweise bald eine katzennärrische Familie, die den bildhübschen kleinen Kerl „adoptierte“.

 

Und dem intelligenten Hund gehört eigentlich die Rettungsmedaille, denn nicht jeder Hund kann von sich sagen, ein Katzenleben gerettet zu haben.

 



Wieder einmal zu Gast in der Sendung „Tiere suchen ein Zuhause“ waren wir am 10. September.

 

Und auch dieses Mal war der Besuch beim WDR Köln für fast alle unserer Fernsehstars ein Erfolg. Als Vertreter der Abteilung für Kleintiere wurden zwei Sumpfschildkröten sowie zwei Nymphensittiche vorgestellt – stellvertretend für etliche andere bei uns im Tierheim – und einige von ihnen konnten später tatsächlich in ein neues Zuhause einziehen. Auch der rote Kater „Whisky“, der unter Herzproblemen leidet, fand eine schöne Heimat.

 

Vier von fünf vorgestellten Hunden – unser super netter Schäferhund „Socke“, die kleine rehbraune Pinscherhündin „Nicki“, sowie der lustige rundliche Mixrüde „Django“ fanden eine neue Familie und für unsere schüchterne „Ria“, die schon über 2 Jahre bei uns ist und immer übersehen wird, gibt es Interessenten, die sie nach dem Umzug ins neue Haus holen wollen. Übrig blieb alleine unser Pechvogel „Jimmy“.

 

Der Hund, der im Tierheim sitzt seit er 6 Monate ist. Inzwischen ist er fast 7 Jahre, aber was nützt es, dass „Jimmy“ Maulkorbbefreiung hat, was hilft es ihm, dass er ein Kuschelschoßhund ist, er ist nun mal als Staffordshire-Mix auf die Welt gekommen und noch dazu schwarz.

 

Da kann Frau Ludwig sich noch so große Mühe geben ihn gut vorzustellen, es meldete sich niemand der ihn haben möchte. So bleibt nur weiterhin zu hoffen und ihm die Daumen zu drücken. Dem WDR vielen Dank für die Vermittlungshilfe im Namen unserer Tierheimbewohner

 

 



Besuch aus dem Land der aufgehenden Sonne....

 

Besuch aus dem fernen Japan erheilt das Tierheim Siegen dieser Tage von Frau Dr. Sahashi aus der Praefektur Aichi, die sich auf einer 2-wöchigen Dienstreise in der Bundesrepublik Deutschland befindet. Die japanische Veterinärin kam mit dem Auftrag, sich vorbildliche Tierheime anzusehen, Ideen und Denkanstöße für den Tierschutz zu sammeln sowie Informationsgespräche mit den Verantwortlichen zu führen, um die Situation in Japan hinsichtlich des Tierschutzes zu verbessern. Von einer Kommission ausgewählt wurde das Tierheim in Stuttgart, als das wohl älteste Tierheim Deutschland, sowie das Tierheim Siegen, das als Vorzeigemodell und als eines der modernsten in der Bundesrepublik gilt. Höchst interessiert zeigte sich die charmante junge Ärztin an der Arbeit der Siegener Tierschützer, die sich bemühen, auf rund 27.000 qm Gelände in großzügigen Anlagen allen Heimbewohnern eine artgerechte Unterkunft zu bieten. Regelrecht fasziniert war sie von der Abteilung für Kleintiere – liebevoll Kleintierdorf genannt – wo sie die großen, individuell eingerichteten Wohnstuben, die naturnah gestalteten Vogel Volieren sowie das „Herzstück“, das Biotop mit dem kleinen Teich in der Mitte bewunderte mit all dem Getier, was dort so „kreucht und fleucht“.

 

„Einfach optimal“ nannte sie die großen, baumbestandenen Freiläufe, die unsere Hunde zum Toben und Spielen zur Verfügung stehen und auch von dem modernen, hellen artgemäß gestalteten Katzenhaus, das unseren Samtpfoten bewohnen, zeigte sie sich rückhaltlos begeistert. Natürlich stellte sich nach dem Rundgang die Frage der Finanzierung einer solch großen Anlage und die japanische Tierärztin war überrascht zu hören, dass der Tierschutzverein sich ausschließlich durch Spenden und Mitgliedsbeiträgen finanziert. Nach dem obligatorischen Foto verabschiedete sich die sympathische Japanerin mit vielen Dankesworten, nicht ohne die Tierheimleiterin, Heidi Kampmeier, zu einem Gegenbesuch in Japan eingeladen zu haben, da man sich während des Gesprächs und der Führung ausnehmend gut verstanden hatte und die Siegener Tierschützer werden sich sicher noch lange gerne an den Besuch der Ausländischen Tierfreundin erinnern.

 

                                  

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