Haltung von Nager


Direkt zu:

Haltung von Kaninchen

Herkunft:

Wildkaninchen wurden vor fast 900 Jahren aus Spanien ins restliche Europa eingeführt und domestiziert. Im Laufe der Zeit entstanden unzählige Rassen verschiedener Größen und Farbschläge, welche den Menschen ursprünglich als Fleisch- und Felllieferant dienten. Außerdem wurden und werden Kaninchen massenhaft in Tierversuchen verbraucht und dienen uns als beliebtes Heimtier.

Kaninchen haben mit Hasen übrigens nichts gemein. Es handelt sich um ganz unterschiedliche Tierarten, der Feldhase wurde nie domestiziert. Somit ist jedes „hasenartige“ Tier, welches bei Ihnen leben wird, ein Kaninchen.

Lebensweise:

Kaninchen sind tagaktive, gesellige Tiere, die in der Natur in Gruppen leben und selbst gegrabene Höhlen bewohnen, in die sie sich bei drohender Gefahr zurückziehen können.

Lebenserwartung:

Kaninchen können bis zu 10 Jahren alt werden.

Ernährung:

Kaninchen sind Pflanzenfresser und ernähren sich von Heu, Stroh, Getreide, Gemüse, Kräutern, Obst etc. Im Handel sind Fertigfuttermischungen für Kaninchen erhältlich. Da Kaninchenzähne ständig wachsen, müssen sie durch harte Nahrung (Obstbaum- und Haselzweige, Knäckebrot und anderes Nagematerial) ständig abgenutzt werden. Frisches Trinkwasser muss immer zur Verfügung stehen.

Heimtierhaltung:

Die „herkömmliche Art“ der Kaninchenhaltung, wie sie leider allzu oft praktiziert wird, einzeln und in kleinen Ställen ohne Bewegungsmöglichkeit und Kontakt zu Artgenossen, entspricht keinesfalls den natürlichen Bedürfnissen der Tiere.

Kaninchen wollen herumlaufen, Gänge und Höhlen graben, mit Artgenossen kuscheln, blitzschnell bei Gefahr in einem sicheren Versteck unterschlüpfen. Für uns bedeutet dies, vor einer Anschaffung genau zu überlegen, ob wir unseren Kaninchen das bieten können und wollen.

Ein einzeln gehaltenes Kaninchen, welches als Schmusetier angeschafft wurde, mausert sich oft zum „bissigen Tier“, welches dann im Zweifelsfall im Tierheim landet; dabei hat es nur seinen Unmut über die unzureichenden Lebensverhältnisse kundgetan.

Kaninchen, die in Wohnungshaltung leben, nutzen ihre täglichen Ausflüge zu allerlei „Unsinn“, aber was uns als solcher erscheint, ist lediglich der Versuch unserer Kaninchen, sich normal zu verhalten. Schnell wird der beste Teppich zum bevorzugten Kaninchenklo, oder sie versuchen mit aller Macht, sich in der Couch eine Wohnhöhle anzulegen, kratzen in allen Zimmerecken die Tapeten von der Wand und zernagen mit Vorliebe Stromkabel, was nicht nur ärgerlich für die Menschen ist, sondern auch schnell zum Tod eines Kaninchens führen kann. Trotzdem müssen wir unseren Kaninchen diese Entdeckungstouren bieten, denn nur im Käfig gehalten führen sie garantiert kein erstrebenswertes Leben.

Die oft gestellte Frage, wie groß so ein Käfig sein muss, lässt sich kaum beantworten, denn groß genug oder gar zu groß ist ein Käfig niemals, denn schließlich müssen die Tiere fast ihr ganzes Leben darin verbringen (das ist auch so, wenn sie stundenlang in der Wohnung herumlaufen dürfen!). Als absolutes Minimum für zwei Zwergkaninchen sollte der Käfig eine Grundfläche von einem Quadratmeter haben und so hoch sein, dass die Tiere darin Männchen machen können, ohne oben anzustoßen. Bei größeren Kaninchen erhöht sich der Platzbedarf entsprechend. Aber: ein Leben, welches sich hauptsächlich im Käfig abspielt, ist keinesfalls tiergerecht, was bedeutet, dass Sie im Zweifelsfall im Interesse der Tiere auf solch eine Haltung verzichten sollten.

Die Außenhaltung von Kaninchen ist (sofern man einen eigenen Garten hat) den Bedürfnissen der Tiere schon weit näher. Dabei bedeutet „Außenhaltung“ nicht, dass die Tiere in einem finsteren Ställchen hinter dem Haus „leben“, sondern dass sie in einem Freigehege untergebracht werden, wo sie ganzjährig bleiben können.

Dafür muss man dann einige Quadratmeter (je mehr, desto besser) Grundstück opfern, die Zäune am besten in den Boden einlassen, da sich die Kaninchen sonst darunter hindurch buddeln, das Gehege gegen Sonne, Regen und Raubtiere schützen und ein gut isoliertes Haus aufstellen. Wenn die Tiere schon im Frühjahr draußen leben, können sie dort auch problemlos den Winter überstehen.

Das Freigehege sollte nicht nur eine „langweilige Wiese“ sein, sondern abwechslungsreich gestaltet werden. Sträucher, Steine und Wurzeln laden zum drüber springen oder verstecken ein, ein Hügel dient als Aussichtspunkt. Außerdem werden sie bald beobachten können, wie Ihre Kaninchen ihrer wahren Natur nachgehen und Gänge und Höhlen anlegen (sofern es der Untergrund zulässt).

Zum Thema „Geselligkeit“ gibt es einiges zu beachten: nicht alle Kaninchen vertragen sich gut miteinander. So ist es z.B. teilweise problematisch, zwei erwachsene fremde Weibchen miteinander zu vergesellschaften, zwei erwachsene Männchen „verlieben“ sich nie ineinander, sondern bekämpfen sich mehr oder wenige stark. Tiere, die miteinander aufwachsen, vertragen sich in der Regel gut. Die unproblematischste Lösung ist es, ein Weibchen und ein kastriertes Männchen zusammen zu halten (kastriert aus dem Grund, damit Sie nicht in kürzester Zeit vor einer Flut von Kaninchen stehen, die niemals alle gut untergebracht werden können). Zwei kastrierte Männchen vertragen sich übrigens auch gut.

Tipp:

Im Tierheim finden sie immer Kaninchen-Pärchen, die aneinander gewöhnt sind, die Männchen sind alle kastriert. Falls Sie mögen, können Sie sich auch für die Übernahme einer gut eingespielten Kaninchen-Sippe entscheiden!

Die leider oft empfohlene Lösung, ein Kaninchen mit einem Meerschweinchen zu vergesellschaften, ist vielleicht für das Auge des Betrachters ganz hübsch, aber keine glückliche Lösung. Kaninchen und Meerschweinchen sind in Verhalten und Körpersprache völlig verschieden und haben sich genau genommen „nichts zu sagen“ oder es kommt zu Missverständnissen zwischen ihnen. Oft ist es sogar so, dass die Kaninchen die Meerschweinchen beißen. Deshalb: zwei Tiere anzuschaffen bedeutet immer die Entscheidung für zwei Kaninchen oder zwei Meerschweinchen.

Krankheiten:

Häufig auftretende Krankheiten bei Kaninchen sind Erkältungskrankheiten und Verdauungsstörungen (Durchfall, Verstopfung); Knochenbrüche sind oft das Resultat falscher Handhabung durch den Besitzer (sprich: fallen lassen!). Ein oft auftretendes Problem (vor allem bei Zwergkaninchen) sind Zahnanomalien, d.h. die Zähne nutzen sich durch Fehlstellung bedingt nicht richtig ab (hier hilft nur der regelmäßige Gang zum Tierarzt, der die Zähne kürzt!). Häufig vernachlässigt wird die „Körperpflege“ der Kaninchen: dazu gehört, dass die Krallen regelmäßig gekürzt werden und bei langhaarigen Rassen das Fell gepflegt werden muss!

Gegen ansteckende Krankheiten (Myxomatose, Chinaseuche) können Sie Ihre Tiere impfen lassen.

Besonderheiten:

Bedenken Sie immer, dass Kaninchen Fluchttiere sind, d.h. nähern Sie sich immer langsam, ohne die Tiere zu erschrecken. Als Streicheltiere sind sie wirklich nur bedingt geeignet, was bedeutet, dass sich ein Kaninchen auf Ihre freundlichen Annäherungsversuche hin unter Umständen „schlecht benimmt“, Sie anknurrt und im Zweifelsfall kratzt und beißt. Nie vergessen sollten Sie, dass Kaninchen überaus stressempfindlich sind (so kann z.B. ein Hund, der neben dem Käfig eines Kaninchens sitzt, unter Umständen nur dadurch, dass er da ist, den Tod des Kaninchens verursachen!).

Haltung von Meerschweinchen

Herkunft:

Wildmeerschweinchen kommen ursprünglich aus den südamerikanischen Anden. Schon lange bevor sie zu uns kamen, hielten die Indios sie als Haustiere, denn die Meerschweinchen waren eine willkommene Abwechslung auf ihrem Speiseplan. Nach der Entdeckung Amerikas gelangten sie im Gepäck der Seefahrer nach Europa, wo sie sehr schnell zum beliebten Heimtier wurden. Durch jahrhundertlange Zucht entstanden unzählige Rassen verschiedener Farben und Fellbeschaffenheit.

Lebensweise:

Meerschweinchen sind tagaktive, gesellige und bewegungsfreudige Nagetiere, die in der Natur in größeren Gruppen leben und natürliche Höhlen wie Steinspalten bewohnen.

Lebenserwartung:

Meerschweinchen können bis zu 8 Jahren alt werden (und älter).

Ernährung:

Meerschweinchen haben ihre Ernährung der kargen Kost des Hochgebirges angepasst. Somit ist die Grundnahrung gutes Heu, daneben fressen sie frisches Grünfutter, Gemüse (besonders beliebt sind Salatgurken und Möhren) und Obst. Im Handel gibt es Fertigfuttermischungen für Meerschweinchen. Frisches Trinkwasser muss jederzeit verfügbar sein. Nagematerial im Form von z.B. Obstbaumzweigen oder Knäckebrot anbieten.

Heimtierhaltung:

Meerschweinchen werden oft angepriesen als unkomplizierte, pflegeleichte, lebendige Kuscheltiere für Kinder, beißen angeblich nie und fühlen sich wohl in der kleinsten Hütte. Seien Sie versichert, dass dem nicht so ist!

An erster Stelle im Meerschweinchen-Leben steht das Sozialleben der Tiere, die von Natur aus sehr gesellig sind. Ihre Kontakte werden begleitet von vielerlei Lautäußerungen wie Quieken in den verschiedensten Variationen, Zähneklappern und vielem mehr. Ihre Körpersprache reicht von freundlichem Anstupsen bis hin zu drohendem „groß machen“ und beieindruckend Hin- und Herwackeln.

Wer einmal eine ganze Meerschweinchen-Sippe länger beobachtet hat weiß, wie langweilig das Leben eines einzeln gehaltenen Meerschweinchens sein muss. Ganz egal, wie viel ein Mensch sich um so ein Tier kümmert, er wird ihm nie einen (oder mehrere) Artgenossen ersetzen können. Das bedeutet für Sie, dass Sie niemals weniger als zwei Meerschweinchen in Ihrer Obhut haben werden, wenn hinter der Motivation für Ihre Tierhaltung ein wenig Tierliebe steckt.

In Bezug auf die Frage „Wer mit Wem“ gilt es einiges zu beachten: Gleichgeschlechtliche Tiere, die miteinander aufwachsen, vertragen sich in der Regel sehr gut miteinander. Auch wenn oft das Gegenteil behauptet wird, gilt dies auch für die männlichen Tiere (man darf natürlich nicht verlangen, dass sie sich immer noch vertragen, wenn man ein Weibchen dazu setzt!). Wenn Sie ein Pärchen (oder mehrere) zusammen halten wollen, lassen sie unbedingt die männlichen Tiere kastrieren, sonst wird aus zwei Meerschweinchen innerhalb eines Jahres ein unüberschaubares Durcheinander von einigen Dutzend Meerschweinchen. Fremde erwachsene Tiere miteinander zu vergesellschaften ist nur problematisch, wenn es sich um nicht kastrierte Männchen handelt.

Die „einfache Lösung“, einem Meerschweinchen ein Kaninchen als Gefährten anzubieten, ist weder für ein Meerschweinchen noch für ein Kaninchen eine glückliche Lösung. Da sich die beiden Tierarten in Verhalten und Körpersprache vollkommen unterscheiden, hat so ein gemischtes Pärchen in der Regel nichts voneinander. Im schlimmsten Fall endet diese Partnerschaft in einer Beißerei, die vom Kaninchen ausgeht und beim Meerschweinchen üble Verletzungen hervorruft. Sie müssen sich also im Interesse der Tiere entscheiden, entweder für zwei Meerschweinchen oder zwei Kaninchen.

Tipp:

Im Tierheim warten übrigens immer viele Meerschweinchen verschiedenen Alters auf ein neues Zuhause!

Eine ganz wichtige Frage ist:

Wo sollen die Meerschweinchen leben? Die handelsüblichen Meerschweinchenkäfige sind in der Regel viel zu klein, so dass sie sich schon genau umschauen müssen, um etwas Akzeptables zu finden. Natürlich können Sie auch auf „Marke Eigenbau“ zurückgreifen, was Ihren Meerschweinchen sicherlich gefallen wird. Für zwei bis vier Tiere sollte die Grundfläche des Käfigs einen Quadratmeter nicht unterschreiten. Falls Sie das Ihren Tieren nicht bieten können oder wollen, sollten Sie in deren Interesse auf eine Haltung verzichten. Ausgestattet sein muss der Käfig mit Schlafhäuschen, Röhren und sonstigen Gegenständen (z.B. Steine und Wurzeln), die zum verstecken, drüber springen, drum herumlaufen oder drauf sitzen einladen. Ihre Meerschweinchen sind froh über jede Abwechslung, und das nicht nur innerhalb des Käfigs. Deshalb sollten Sie Ihre Tiere so oft wie irgend möglich aus ihrem doch stark eingeschränkten Lebensraum herauslassen und Ihre Wohnung erkunden lassen. Doch Vorsicht: auch hier bleiben Meerschweinchen Nagetiere, d.h. sie werden das ein oder andere Möbelstück mit ihren Zähnen „verzieren“ oder die beste Literatur in Konfetti verwandeln. Abgesehen davon müssen Sie mögliche Gefahrenquellen wie Stromkabel oder giftige Zimmerpflanzen aus der Reichweite der Tiere entfernen um Unfällen vorzubeugen. Mit einem weiteren Problem müssen Sie so gut es geht leben: Meerschweinchen werden leider nicht stubenrein.

Im Sommer können Sie ihnen sogar in ihrem Garten ein Freigehege errichten, wo die Tiere „Natur pur“ erleben können. Dabei müssen Sie natürlich unbedingt darauf achten, dass keine Raubtiere (Katzen, Vögel etc.) in das Gehege eindringen können. Eine ganzjährige Außenhaltung ist für Meerschweinchen übrigens keinesfalls empfehlenswert, da kalte und feuchte Witterung der Gesundheit der Tiere sehr abträglich ist.

Krankheiten:

Die meisten Krankheiten entstehen durch unsachgemäße Haltung und Ernährung. So führen Zugluft und Kälte oft zu schlimmen Erkältungskrankheiten, die unbedingt durch einen Tierarzt behandelt werden müssen.

Bei unsauberer Haltung tritt oft Befall mit Parasiten wie Milben, Haarlingen und Würmern auf, falsches oder verdorbenes Futter verursacht schnell Durchfall.

Schon Stürze aus geringer Höhe können Knochenbrüche verursachen; Knochenbrüche sind auch oft das Ergebnis von zu festem Zupacken!

Die Vermutung, dass Meerschweinchen wegen ihres Namens etwas mit „Meer“ zu tun haben und deswegen schwimmen können, ist falsch. Meerschweinchen mögen Wasser wirklich nur zum trinken! Deswegen: bewahren Sie Ihre Kinder vor diesbezüglichen Experimenten!

Besonderheiten:

Meerschweinchen sind keine Kuscheltiere für Kinder. Trotz ihres robusten Aussehens sind sie sehr „zerbrechlich“, und ein Kind, welches sein Meerschweinchen vor lauter Liebe ganz fest drückt, kann dem Tier damit schwerste Verletzungen zufügen. Kuscheln, gegenseitiges Ablecken oder stundenlang ganz nah aneinander liegen und schmusen existieren im Meerschweinchen-Verhalten nicht. Deshalb sollten wir mit unseren Streicheleinheiten für die Meerschweinchen etwas zurückhaltend sein und ihnen unsere Liebe besser zeigen durch eine artgerechte Haltung in unserer Obhut – wo sie einfach Meerschweinchen sein dürfen und nicht als lebendiges Spielzeug herhalten müssen.

Haltung von Hamstern

Herkunft:

Der Goldhamster stammt ursprünglich aus Syrien. Etwa Hundert Jahre nach seiner Entdeckung wurden im Jahr 1930 die ersten wilden Exemplare eingefangen. Man züchtete sie erst zu Forschungszwecken, die Hamster wurden aber sehr schnell auch beliebte Heimtiere, die ihren Weg nach Deutschland 1945 fanden. Goldhamster gibt es heute in verschiedenen Fell- und Farbschlägen.

Neben dem Goldhamster gibt es noch Zwerghamsterarten wie z.B. den Dsungarischen Zwerghamster, welche erst seit kurzer Zeit als Heimtiere gehalten werden.

Lebensweise:

Hamster sind nachtaktive Nagetiere. Den Tag verschlafen sie in selbst gegrabenen Bauten mit verschiedenen Kammern, Nachts legen sie auf ihrer Nahrungssuche sehr weite Strecken zurück. Hamster sind absolute Einzelgänger und dulden einen Partner in ihrem Bau nur zur Paarung.

Lebenserwartung:

Hamster werden durchschnittlich etwa 3 Jahre alt (bei artgerechter Haltung auch älter!).

Ernährung:

Hamster sind keine Vegetarier. Der größte Nahrungsbestandteil sind Sämereien, daneben ernähren sie sich auch von Früchten, Gemüse und Grünzeug, kleinen Insekten und Würmern.

Hamster „hamstern“ bei ihrer Nahrungssuche, d.h. sie stopfen sich auf ihren Streifzügen ihre Backentaschen mit Nahrung voll, bringen diese in ihren Bau und lagern sie dort für den späteren Verzehr.

Im Handel gibt es Fertigfuttermischungen für Hamster, daneben sollten Sie auch etwas frisches Obst und Gemüse anbieten. Hin und wieder ein Mehlwurm wird vom Hamster gerne gefressen, aber der tierische Nahrungsanteil kann auch durchaus in Form von Quark oder Joghurt gefüttert werden. Immer zur Verfügung stehen sollte frisches Wasser und Nagematerial (Obstbaum- oder Haselzweige, Knäckebrot).

Heimtierhaltung:

Hamster als Heimtiere erfreuen sich größter Beliebtheit. Sie werden sehr schnell zahm, sind für wenig Geld erhältlich und haben eine geringe Körpergröße – genau das hat dazu geführt, dass Hamster zu billigen Kinderspielzeugen wurden und meist ihr Leben in Schuhkarton-großen Käfigen verbringen mussten (und leider immer noch müssen). Für den Hamster das Schlimmste, was ihm passieren konnte.

Hamster sind eigentlich für die Heimtierhaltung absolut ungeeignet: ihre Nachtaktivität schließt ein Kind als Halter aus, ihr enormes Bewegungsbedürfnis kann in einem Käfig absolut nicht befriedigt werden. Statt auf Nahrungssuche in der Gegend herum zu streifen, wird der Hamster gezwungen, in einem Plastiklaufrad stupide seine sinnlosen Runden zu drehen. Das anlegen von Gängen und Höhlen ist in einem Käfig nicht möglich, so sehr der Hamster buddelt, es führt zu nichts.

Wenn Sie sich für die Haltung eines Hamsters entscheiden, sollte Sie versuchen, dem Tier sein Leben so artgerecht wie möglich zu gestalten. Dazu gehört als Erstes, dass Sie eine geräumige Behausung anschaffen oder selber bauen. Das kann z.B. ein großer Chinchillakäfig, ein großes Terrarium oder etwas ähnliches sein.

In diesem muss der Hamster buddeln können (statt üblicher Einstreu können Sie eine Mischung aus Sand und ungedüngter Blumenerde verwenden), der Hamster klettert auch sehr gerne (Äste, Zweige und Leitern installieren, welche auf Sitzbretter in verschiedenen Höhen führen), Häuschen in unterschiedlichen Größen dienen zum Schlafen, Futter lagern oder als Toilette, Papier- und Tonröhren, Wurzeln etc. regen zum durch- und drüber laufen an und vertreiben somit die Langeweile. Als Polstermaterial für das Schlafhäuschen eignet sich Stroh sehr gut (zerschnipselte Stoffe oder Wolle sind lebensgefährlich, da sich einzelne Fäden um Gliedmaßen und Hals wickeln können!).

Leider bietet selbst der abenteuerlichste Käfig nicht ausreichend Möglichkeiten, den Bewegungsdrang eines Hamsters zu befriedigen. Sie sollten ihn daher so oft es geht in ihrer Wohnung herum laufen lassen. Dabei müssen Sie unbedingt darauf achten, dass er nicht hinter der Schrankwand oder einer anderen unzugänglichen Stelle verschwindet, um sich dort häuslich einzurichten (Sie würden wahrscheinlich Nächtelang dort sitzen und der Hamster würde trotzdem nicht hervor kommen). Bedenken Sie, dass Hamster Nagetiere sind, und räumen vorsichtshalber sämtliche Kabel und alles, was ihm sonst noch gefährlich werden könnte (z.B. giftige Pflanzen) aus dem Weg und achten darauf, dass er nichts anknabbert, was Sie nicht angeknabbert haben möchten. Das ist zugegebener Maßen recht schwer, da Hamster erstaunlich schnell sind.

Hamster klettern sehr gerne, obwohl sie es nicht besonders gut können, deswegen müssen Sie immer aufpassen, dass Ihr Hamster nicht irgendwelche Höhen erklimmt, von denen er dann herunterfällt und sich seine Knochen bricht. Das Gleiche gilt natürlich auch, wenn Sie ihn in der Hand haben!

Im Zoohandel werden die unglaublichsten Zubehörartikel angeboten. Dabei handelt es sich um „Spielsachen“ wie geschlossene Plastik-Röhrensysteme, Plastikkugeln, in denen der Hamster eingesperrt wird und dann so lustig durch die Wohnung rollt (er rollt auch, wenn er nicht mehr will, auch die Treppe herunter) und andere lebensgefährliche Dinge. Auf diese unbedingt verzichten!

Krankheiten:

Die meisten Krankheiten lassen sich durch artgerechte Ernährung und Haltung vermeiden. Herunterfallen, zu fest angefasst werden, Mangelernährung und nicht behandelte Erkältungskrankheiten sind häufige Todesursachen!

Besonderheiten:

Die Tatsache, dass Goldhamster so zahm werden, ist vielleicht darauf zurückzuführen, dass es in ihrer Heimat keine natürlichen Feinde gibt; die Tiere sind somit völlig furchtlos. Wenn ein Hamster sich problemlos anfassen lässt, heißt dies allerdings noch nicht, dass er es gerne mag. Hamster sind Einzelgänger, und deswegen liegt es nicht in ihrem Naturell, zu kuscheln und zu schmusen.

Noch einmal betont werden muss, dass Hamster für Kinder nicht geeignet sind, da Kinder natürlich dazu neigen, mit ihrem Tier spielen zu wollen, wenn sie aus der Schule kommen – und somit wird der Hamster ständig während seiner Ruhezeit gestört. Umgekehrt ist es natürlich genau so: wenn die Kinder schlafen, wird der Hamster munter und randaliert stundenlang in seinem Käfig herum, der Unterschied ist nur, dass er halt nicht anders kann, der Tierhalter aber sehr wohl in der Lage sein sollte, den natürlichen Aktivitäts-Rhythmus seines Hamsters zu tolerieren.

Haltung von Ratten

Herkunft:

Unsere weißen und bunten Hausratten sind allesamt Nachfahren von Wanderratten, die ursprünglich aus China stammen. Nach Europa gelangten sie vor mehr als 200 Jahren als „Blinde Passagiere“. Ihre Karriere als Haustiere begann erst viel später: man entdeckte ihre Nützlichkeit als Versuchstiere (vorwiegend in der Krebsforschung) und erst vor kurzer Zeit wurden die Nachfahren der Laborratten beliebte Haustiere.

Lebensweise:

Ratten sind gesellige, dämmerungsaktive Nagetiere. Sie leben in einer Sippe, sind enorm sozial und schlafen am liebsten in Nestern, die sie mit allen auffindbaren tauglichen Materialien auspolstern.

Lebenserwartung:

Ratten werden etwa 2 bis 3 Jahre alt.

Ernährung:

Mittlerweile gibt es im Handel Fertigfuttermischungen für Ratten, aber man kann sie durchaus auch mit Hamsterfutter und Früchtemüsli ernähren. Auch frisches Futter ist sehr beliebt: bei Obst und Gemüse einfach ausprobieren, was die Tiere mögen. Viele Ratten sind begeistert von einem „Leckerchen“ wie z.B. einem Löffel Joghurt. Nagematerial wie Knäckebrot schmeckt nicht nur, es dient gleichzeitig der Abnutzung der Zähne.

Heimtierhaltung:

Man mag sie – oder man mag sie nicht: Ratten als Haustiere. Wer ihre Intelligenz und Pfiffigkeit zu schätzen weiß, liebt sie. Andere wiederum finden sie nur eklig: die nackten Schwänze, und dazu noch hatten doch Ratten (keine Sorge, nicht die, um die es hier geht) schließlich die Pest verbreitet!

Ratten sind durch ihr enorm soziales und verspieltes Wesen und nicht zuletzt durch ihre Anpassungsfähigkeit eigentlich ideale Haustiere und werden in der Regel sehr zahm (sofern man sich genügend mit ihnen beschäftigt!). Das macht sie für die Heimtierhaltung besonders attraktiv.

Die Ratte als Haustier stellt an den Halter dennoch viele Ansprüche: sie braucht für ein glückliches Leben die Gesellschaft von einem (oder mehreren) Artgenossen, Beschäftigung und Abwechslung (ihre Intelligenz will gefordert werden!) und eine geräumige Behausung.

Ratten sollten grundsätzlich mindestens zu zweit gehalten werden. Achten Sie dabei unbedingt darauf, nur gleichgeschlechtliche Tiere zusammen zu halten bzw. bei gemischter Haltung die männlichen Tiere kastrieren zu lassen. Ratten sind nämlich dermaßen „vermehrungswütig“, dass es untragbar ist: ein einziger Wurf umfasst meist etwa 15 Tiere! Weibliche Tiere vertragen sich immer sehr gut, auch wenn sie aus verschiedenen Familien stammen. Bei erwachsenen Männchen, die nicht miteinander aufgewachsen sind, gibt es oft Probleme bei der Vergesellschaftung.

Bei der Unterbringung der Tiere sind der Phantasie des Halters kaum Grenzen gesetzt: ein großer Kaninchen- oder Chinchillakäfig oder eine Vogelvoliere können mit etwas Geschick und Material aus dem Baumarkt in ein mehrstöckiges und abwechslungsreiches Rattenwohnheim umgebaut werden. Je vielseitiger, desto besser – denn Ratten verabscheuen nichts so sehr wie Langeweile.

Bei der Inneneinrichtung bieten sich viele Möglichkeiten: Bretter in verschiedenen Höhen, Äste, dicke Seile, Röhren, Häuschen und ein Handtuch als Hängematte schaffen Platz zum Klettern, Toben, Verstecken, Erforschen, Kuscheln und Schlafen. Als Einstreu eignet sich Stroh sehr gut, denn damit können die Tiere sogar noch „basteln“ und ihre Nester polstern. Schlichtweg vergessen sollten sie den Gedanken, die Tiere in einem ausgedienten handelsüblichen Hamsterkäfig oder Ähnlichem unterbringen zu wollen, denn mit so einer „Hutschachtel“ werden sie den Ansprüchen der Tiere nicht gerecht (auch denen der Hamster nicht!).

Am interessantesten sind für Ratten natürlich die Ausflüge in der Wohnung ihrer Menschen, denn dort gibt es viel zu entdecken und erforschen. Bei diesen Entdeckungstouren richten die Tiere natürlich allerlei an, was ihnen bestimmt viel Vergnügen bereitet, den Menschen dahingegen weniger. Wenn das gute Porzellan als Spielzeug dient und dann noch so schön scheppert, wenn es runterfällt und in Stücke geht, die Couchlehne unbedingt jedes Mal ausreichend mit Urin markiert werden muss, die Ratte über den Küchentisch und durch die offene Butter rennt – dann bleibt Ihnen nichts, als es mit Fassung zu ertragen, denn so etwas passiert eben schon mal. Achten Sie immer gut darauf, dass die Tiere bei ihrem Freilauf keinen unnötigen Gefahren ausgesetzt werden, denn Stromkabel, Haushalts-Chemikalien, giftige Zimmerpflanzen oder die Katze – viele Spiele können tödlich enden.

Krankheiten:

Ratten haben leider keine hohe Lebenserwartung, die häufigste Todesursache ist Krebs. Krankheiten wie Erkältungen oder Befall mit Parasiten kann man durch gute Haltung vorbeugen.

Besonderheiten:

Es gibt nichts schlimmeres, als eine Ratte die nicht zahm ist bzw. nicht zahm wird. Wenn das Tier jedes Mal, wenn man es anfassen möchte, einen panischen Rückzug antritt oder vor lauter Angst beißt, haben beide Parteien nicht viel Spaß miteinander. Mit viel Geduld, Liebe und Leckerchen und langsamen Gewöhnen an das Angefasstwerden werden Ratten normalerweise sehr zahm und zutraulich und lassen fast alles mit sich machen (Bäuchlein kraulen, auf der Schulter herumgetragen werden etc.). Manchmal jedoch, vor allem wenn es dem Halter an Geduld mangelt, funktioniert es einfach nicht.

Im Gegensatz zu vielen anderen Nagern sind Ratten (zahme!) durchaus von menschlichen Streicheleinheiten zu begeistern. Dabei gehen sie sogar so weit, liebend gerne im Hosenbein oder Pulliärmel ihrer Halter zu verschwinden und sich dort wohlig zusammen zu kuscheln. Es kann aber auch sein, dass sie schlichtweg auf der Suche nach einem ruhigen, warmen und dunklen Schlafplätzchen waren.

Noch Eines:

lassen Sie sich in Ihrer Rattenliebe nicht beirren, wenn Ihnen zum hundertsten Mal gesagt wird: „Ratten sind eklig“ – Hauptsache Sie wissen, dass es nicht so ist.

Haltung von Chinchillas

Herkunft:

Chinchillas stammen ursprünglich aus Südamerika. Die Hochgebirgsbewohner wurden von den Indios schon immer als Felllieferanten geschätzt. Seit der Entdeckung Amerikas wurden die Pelztiere in unglaublichen Stückzahlen abgeschossen, um reichen Europäerinnen Mäntel aus ihnen herzustellen. Erst Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, als die Tiere kurz vor ihrer Ausrottung standen, wurden zur Zucht bestimmte Tiere nach Europa eingeführt. Die Tiere wurden (und werden immer noch!) in Pelztierfarmen gezüchtet und sind erst vor kurzer Zeit als Heimtiere entdeckt worden.

Lebensweise:

Chinchillas sind dämmerungs- und nachtaktive Nagetiere, die in der Natur in Gruppen leben und Felsspalten und natürliche Höhlen bewohnen. Sie sind sehr schreckhaft und enorm bewegungsfreudig.

Lebenserwartung:

Chinchillas können bis zu 20 Jahre alt werden.

Ernährung:

Chinchillas sind auf karge, ballaststoffreiche Kost eingestellt. Grundnahrung ist gutes Heu, daneben gibt es im Handel Fertigfutter (Pellets, Kräutermischungen, Knabberstangen, Kalktabletten etc.). Sehr gerne mögen die Tiere frische Äste von Obstbäumen oder Haselzweige. Futtermischungen für z.B. Kaninchen sind zu gehaltvoll für Chinchillas und nicht geeignet! Auf Frischfutter wie Obst und Gemüse sollte man bei der Fütterung weitgehend verzichten. Als Leckerchen hin und wieder eine Rosine schadet nichts. Frisches Trinkwasser muss immer zu Verfügung stehen.

Heimtierhaltung:

Über die Eignung von Chinchillas als Heimtiere kann man streiten: ihre Nachtaktivität, die Schreckhaftigkeit, Empfindlichkeit, der enorme Nagetrieb und letztendlich ihr großes Bewegungsbedürfnis sprechen nicht gerade für eine Haltung dieser Tiere.

Wenn Sie sich dennoch für die Chinchillahaltung entscheiden, müssen Sie den Tieren einiges bieten, um ihnen gerecht zu werden.

Da Chinchillas sehr soziale und gesellige Tiere sind, müssen Sie sich erst einmal mit dem Gedanken anfreunden, mindestens zwei Tiere (besser eine kleine Gruppe) anzuschaffen. Weibliche und männlich Tiere vertragen sich in der Regel gleichermaßen gut. Bei gemischter Haltung sollten Sie die männlichen Tiere kastrieren lassen, denn Chinchillas, die niemand haben möchte, gibt es wirklich schon genug (auch im Tierheim!).

Bei der Unterbringung der Tiere ist als erstes zu beachten, dass sie trotz ihrer geringen Größe sehr viel Platz brauchen, d.h. mindestens eine umgebaute Vogelvoliere, besser aber ein eigenes Zimmer (kann auch ein trockener Keller oder Speicher sein), welches ausschließlich den Chinchillas vorbehalten ist. Ein eigener Raum für die Tiere bietet viele Vorteile: die Gestaltungsmöglichkeiten sind vielfältig (Bäume, Sitzbretter an den Wänden, Steinhöhlen etc.), die Tiere können ungestört tagsüber schlafen (und stören im Gegenzug Nachts die Menschen nicht), die Einrichtung kann nach Herzenslust beknabbert werden, die Chinchillas können uneingeschränkt herum springen u.s.w.

Bei Wohnungshaltung mit eingeschränkter Bewegungsmöglichkeit müssen Sie die Tiere so oft wie möglich (täglich Abends mehrere Stunden) in Ihrer Wohnung herum springen lassen. Dabei kann man die Chinchillas nicht aus den Augen lassen, sofern man auch nur ein bisschen Wert legt auf die Erhaltung des Originalzustandes der Möbel und sonstigen Einrichtung. Alles, was den Tieren vor die Zähne kommt, wird benagt – im schlimmsten Fall, bis es zu Spänen verarbeitet ist. So mancher Türrahmen von Chinchilla-Haltern hat runde Ecken, aber damit muss man halt leben.

Ein Käfig für Chinchillas kann niemals groß genug sein. Die handelsüblichen Chinchillakäfige mögen gut sein für die Haltung von Ratten, doch für Chinchillas sind diese einfach zu klein. Eine große Vogelvoliere eignet sich daher besser für die Tiere, und mit etwas Geschick kann man sie mit Sitzbrettern in unterschiedlichen Höhen, Schlafhäuschen und Naturästen (Obst- und Nussbaum) in ein Chinchilla-Heim umbauen. Beim Innenausbau müssen Sie darauf achten, nur unbehandeltes Holz zu verwenden; Plastikteile gehören auf keine Fall in den Käfig! Als Standort für den Käfig unbedingt einen zugfreien und tagsüber ruhigen Platz auswählen.

Für ihre Fellpflege benötigen die Tiere ein tägliches Sandbad. Dafür bieten Sie ihnen eine Schüssel mit Chinchilla-Badesand an (im Fachhandel erhältlich; anderer als dieser Spezial-Sand ist nicht geeignet).

Krankheiten:

Die meisten Krankheiten bei Chinchillas sind ernährungs- und haltungs-bedingt und somit vermeidbar. Chinchillas reagieren auf falsche Fütterung (zu viel Frisches) sehr schnell mit Durchfall; ein weiteres häufiges Problem ist die Verfettung (wodurch die Lebenserwartung enorm reduziert wird!).

Feuchtigkeit und Zugluft können die Tiere gar nicht vertragen und führen oft zu schlimmen Erkältungskrankheiten.

Stress und Störungen am Tag müssen unbedingt vermieden werden.

Besonderheiten:

Chinchillas sind trotz ihres kuscheligen Äußeren keine Schmusetiere. Zahme Tiere lassen sich durchaus anfassen, hüpfen aber auch gerne wieder schnell weg, wenn sie genug haben. Für Kinder sind sie aufgrund ihrer Nachtaktivität und ihres schreckhaften Wesens absolut ungeeignet. Auch sind Kinder mit der Handhabung der Tiere einfach überfordert.

Ihre Bewegungsfreudigkeit, der Nagetrieb und die ganz spezielle Ernährung machen sie zu anspruchsvollen Hausgenossen, denen der Halter einiges bieten muss. Doch wenn man ihnen gerecht wird, hat man garantiert viel Freude beim Beobachten der Tiere, und aufgrund der hohen Lebenserwartung der Chinchillas bleibt einem diese Freude (wenn es gut geht) zwei Jahrzehnte lang erhalten.

Haltung von Degus

Herkunft:

Degus stammen ursprünglich aus Chile, also aus Südamerika. Die kleinen Nager, die wie eine Mischung aus Chinchilla, Ratte und Meerschweinchen aussehen, sind noch nicht seit langer Zeit als Heimtiere bekannt. Sie sind mit den südamerikanischen Meerschweinchen und Chinchillas verwandt, nicht aber mit Ratten.

Lebensweise:

Degus sind tagaktive Nagetiere und leben in ihrer chilenischen Heimat in großen Sippen zusammen und nutzen Gebüsche, Steinspalten und selbst gegrabene Höhlen als Verstecke. Ihre Nahrung suchen sie sich im offenen Gelände.

Lebenserwartung:

Degus können bis zu sieben Jahren alt werden; ihre durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei etwa vier Jahren.

Ernährung:

Degus lassen sich gut mit Heu und einer Mischung aus handelsüblichem Chinchillafutter und Meerschweinchenfutter ernähren. Daneben fressen sie auch gerne Obst und Gemüse (z.B. Äpfel, Salatgurke), aber Vorsicht: Obst und auch manche Leckerlies stehen in Verdacht die Zuckerkrankheit bei Degus zu begünstigen, da sie recht viel Zucker enthalten. Deshalb wird empfohlen den Tieren lieber mehr Gemüse und stark zellulosehaltiges Futter (viel Heu) zu reichen. Auf Nüsse sollte bei der Ernährung verzichtet werden: es schmeckt den Tieren zwar, macht aber enorm dick. Immer auf dem Speiseplan sollten frische Zweige von Obst- und Nussbaum stehen, denn diese Leckerei dient zusätzlich zur Beschäftigung und Abnutzung der Zähne. Frisches Trinkwasser bietet man am besten in einer Trinkflasche an und muss immer zur Verfügung stehen. Kalk-Nagersteine werden gerne angenommen.

Heimtierhaltung:

Degus sind putzig, friedlich, sozial, unterhaltsam, von geringer Körpergröße und dazu noch tagaktiv. Eigentlich doch das ideale Heimtier schlechthin – sollte man meinen.

Ist auch so, wenn man einiges berücksichtigt und über anderes hinwegsieht. Als allererstes muss man wissen, dass das schlimmste für einen Degu ist, alleine zu leben. Degus brauchen unbedingt Gesellschaft und sollten bestenfalls in Gruppen gehalten werden; natürlich nur in gleichgeschlechtlichen Gruppen (bzw. in gemischt geschlechtlichen Gruppen müssten die männlichen Tiere kastriert sein), denn zu viele Degus sind gar nicht mehr lustig…

Als zweites brauchen sie Tiere einen unbedingt ausbruchsicheren Lebensraum, welcher groß genug ist, damit die Tiere darin herum rennen und klettern können; außerdem muss dieser Platz bieten für Versteckmöglichkeiten und „Luxuseinrichtungen“ wie Wurzeln, Steine, frische Äste und Zweige, eine Sandbadewanne und natürlich eine Futternapf. Am besten geeignet sind große, robuste Draht-Gitter-Volieren ohne Plastikteile (die hätten die Tiere nämlich umgehend zu Spänen verarbeitet und hüpften Ihnen dann im ganzen Haus herum!), in die man mit Holzbrettern verschiedene Ebenen einbaut.

Eine andere Lösung ist ein großes Terrarium, welches auch in der Höhe genug Platz bieten muss; das Terrarium sollte natürlich ebenfalls keine zernagbaren Teile (z.B. keine Holzwände) aufweisen, muss eine Abdeckung haben und gut belüftet sein. Bei beiden Lösungen gilt natürlich „je größer, desto besser“, denn schließlich sollen die Tiere jahrelang darin leben. Als Minimum an Lebensraum sollte für eine Kleingruppe Degus ein Raum von einem Kubikmeter zur Verfügung stehen.

Falls Sie nicht viel Wert auf die Unversehrtheit Ihrer Wohnung und deren Einrichtung legen, können Sie Ihren Tieren natürlich Freilauf gewähren. Doch schimpfen Sie hinterher nicht, wenn die ganze Bande hinter dem Einbauschrank im Wohnzimmer hockt und sich mit nichts bewegen lässt, dort wieder hervor zu kommen.

Wenn dann noch am nächsten Tag Ihre schöne neue hölzerne Haustüre ein frisch gefrästes Loch hat und sie Ihre Degus beobachten können, wie sie in Windeseile pfeifend in Ihrem Steingarten verschwinden – dann haben sie etwas falsch gemacht.

Krankheiten:

Degus sind empfindlich gegenüber Feuchtigkeit und Zugluft (kann schnell zu Lungenentzündung führen); bei richtiger und nicht zu gehaltvoller Fütterung treten Verdauungsstörungen selten auf.

Große Vorsicht ist in Punkto „Unfälle“ geboten. Da Degus die „besten Nager unter den Nagern“ sind, knabbern sie einfach alles an, was natürlich bei z.B. Plastikgegenständen lebensgefährlich sein kann, wenn Teile verschluckt werden.

Ganz häufig ist der Schwanz der Degus in Gefahr: die Schwanzhaut reißt leicht (nie einen Degu am Schwanz festhalten oder ziehen!), und dies bedeutet in der Regel, dass die Tiere sich denselben infolge dessen abbeißen.

Für ihre Fellpflege brauchen Degus ein täglichen Sandbad mit Vogelsand oder besser Chinchilla-Badesand. Als Badewanne eigenen sich robuste Keramik- oder Tonschalen oder welche aus Metall.

Besonderheiten:

Degus sind keine Schmuse- und Kuscheltiere. Sie werden zwar sehr zutraulich und „furchtlos“ und kommen gelegentlich auch einmal auf die Hand, aber mehr nicht. Für Kinder, die ihr Tier mit sich herumschleppen möchten, sind sie nicht geeignet. Degus sind eher geeignet für Menschen, die Spaß haben, die Tiere zu beobachten und sich an ihrer Pfiffigkeit zu erfreuen.

Degus verständigen sich übrigens ähnlich wie Meerschweinchen mit Pfeiflauten; meist dienen diese dazu, die Sippe zu warnen, weil irgendwo Gefahr droht.

Alles in allem sind Degus sehr sympathische, aber auch sehr anstrengende Hausgenossen.

Weitere Tipps zur Deguhaltung und Ernährung gibt es im Web z.B. unter http://www.degus-online.de/.

Haltung von Wüstenrennmäusen

Herkunft:

Bei den Rennmäusen, die bei uns im Handel (und im Tierheim!) angeboten werden, handelt es sich um Mongolische Rennmäuse, welche ursprünglich aus den Steppen und Wüstengebieten der Mongolei stammen. Es gibt sie mittlerweile neben der Wildfarbe („agouti“) auch in vielen anderen Farben. Ihre Karriere als Heimtiere starteten sie übrigens erst Jahrzehnte nachdem man sie schon als Forschungsobjekte in Versuchslaboratorien zu schätzen wusste.

Lebensweise:

Rennmäuse graben, klettern, springen, rennen und sind bestens an die Verhältnisse ihrer kargen Heimat angepasst. Sie bewohnen im Familienverband natürliche und selbst angelegte Verstecke und Höhlen. Wenn Gefahr droht, trommeln sie mit den Hinterfüßen auf den Boden und die ganze Sippe versteckt sich schnell. Doch genau so schnell treibt sie die Neugier wieder aus ihrem Unterschlupf heraus. Rennmäuse sind weder Tag- noch Nachtaktiv, sondern leben im zwei- bis vier- Stunden- Rhythmus, so folgen auf kurze Ruhephasen ebenso kurze Zeiten der Aktivität.

Lebenserwartung:

Die durchschnittlich Lebenserwartung liegt bei etwa 4 Jahren.

Ernährung:

Rennmäuse lassen sich gut mit einer Mischung aus Nagerfertigfutter (z.B. Hamsterfutter) und Vogelfutter ernähren. Daneben mögen sie auch frisches Obst und Gemüse und knabbern gerne an frischen Zweigen. Gutes Heu und Stroh wird nicht nur gefressen, sondern dient gleichzeitig der Beschäftigung und als Nestbaumaterial. Rennmäuse sind keine reinen Vegetarier und fressen auch gerne mal einen Mehlwurm oder ein Insekt. Falls Ihnen das zu eklig ist, können Sie tierische Nahrung auch in Form von einem Löffel Joghurt oder einem Stück gekochtem Ei anbieten. Obwohl Rennmäuse wenig trinken, muss natürlich immer frisches Wasser zur Verfügung stehen.

Heimtierhaltung:

Rennmäuse sind lustig, gesellig, neugierig, überaus aktiv, pflegeleicht, stinken nicht und bieten dem Betrachter eine Menge Spaß. Es gibt also wirklich nur positives zu sagen, und ein Rennmausterrarium im Haus ist besser und unterhaltsamer als jedes Fernsehen (es sei denn, die Mäuse schlafen gerade).

Wenn Sie sich entscheiden, Rennmäuse zu halten, brauchen Sie als erstes ein großes Terrarium, welches natürlich auch ein ausgedientes nicht mehr ganz dichtes Aquarium sein kann. Je größer, desto besser, denn dann können Sie sich bei der Einrichtung richtig austoben (Wurzeln, Steine, Äste, Röhren, Höhlen usw.; bitte nur natürliche Materialien verwenden, das ist nicht nur angenehmer für die Tiere, sondern auch viel schöner anzusehen als schreckliche bunte Plastikdinger!) und den Mäusen einen wunderbaren Abenteuerspielplatz bauen.

Als Bodengrund eignet sich am allerbesten eine Mischung aus Sand und Erde, in der die Mäuse nach Herzenslust buddeln können; andere Einstreu tut es natürlich auch.

Absolutes Minimum für eine Kleingruppe ist eine Grundfläche von einem halben Quadratmeter. Wichtig beim Terrarium: denken Sie an eine Abdeckung, denn Rennmäuse können aus dem Stand locker 30 cm hoch springen!

Ungeeignet für die Unterbringung sind handelsübliche Käfige, da deren Bodenschale nie hoch genug ist (da können die Mäuse nicht richtig graben und Sie haben immer den ganzen Dreck im Haus liegen), die Tiere ständig an den Gittern nagen und die Käfige in der Regel aus Plastik und somit zernagbar sind.

Rennmäuse brauchen zum leben Artgenossen, nicht nur einen, sondern am Besten gleich einige, denn je mehr Mäuse, desto mehr Spaß (auch für den Betrachter!). Man sollte es natürlich nicht übertreiben und unbedingt nur gleichgeschlechtliche Tiere miteinander halten, denn Mäuse sind enorm vermehrungsfreudig. In Sachen vertragen funktioniert das bei Männchen und Weibchen gleichermaßen gut.

Tipp:

Im Tierheim warten immer nette Rennmausgruppen in verschiedenen Farben und Gruppenstärken auf ein neues Zuhause!

Rennmäuse haben im Familienverband ein erstklassiges Sozialverhalten, doch wehe, eine fremde Maus aus einer anderen Familie kommt hinzu. Der Fremdling wird auf der Stelle von den anderen getötet werden. Also machen Sie diesbezüglich keine Experimente. Diese Geschichte kann übrigens auch passieren, wenn z.B. ein Individuum aus der Familie für kurze Zeit abwesend war.

Falls Sie irgendwann in der traurigen Lage sind, nur noch eine Rennmaus zu besitzen, kann man es mit einigen Tricks versuchen, eine andere einsame hinzu zu setzen (vorher bitte den Fachmann fragen!).

Ob man Rennmäuse frei in der Wohnung herum laufen lässt, damit sie mal etwas anderes sehen, bleibt einem selber überlassen. Riskant ist es allemal, denn kein Spalt ist so klein, dass die Tierchen nicht dort hineinpassen. Wenn es dann darum geht, wie sie wieder da herauskommen, hilft nur eins: Geduld. Wenn die Mäuse dann wieder da sind, wo sie hingehören, bleibt Ihnen nur, in aller Ruhe die Schäden zu beseitigen, die sie auf ihrem Ausflug hinterlassen haben.

Krankheiten:

Bei guter Unterbringung mit ausreichend Beschäftigungsmöglichkeit, angemessener Fütterung und Gruppenhaltung sind Rennmäuse recht robust. Anfällig sind sie nur, wenn man etwas falsch macht: Haltung im Feuchten, Zugluft, zu fette Ernährung, Experimente bei der Gruppenzusammenstellung oder Unfälle beim Freilauf im Haus können schnell das Leben kosten.

Rennmäuse dürfen nie am Schwanz festgehalten werden, denn die Haut reißt schnell und dann ist der Schwanz oder ein Teil davon für immer verloren.

Vorsicht sollte man walten lassen im Umgang von kleinen Kindern mit Mäusen, es sei denn, die Kinder haben begriffen, wie klein und zerbrechlich so ein Tier ist.

Besonderheiten:

Rennmäuse sind die idealen Haustiere für Menschen, die Spaß daran haben, den Tieren bei ihrem Leben zuzuschauen und die nicht unbedingt etwas zum kuscheln haben wollen. Man darf sich natürlich nicht daran stören, dass die Tiere auch schon einmal des Nachts eine Großbaustelle eröffnen und unter Mords Getöse buddeln und graben, was das Zeug hält.

Im Gegensatz zu Farbmäusen haben Rennmäuse die für uns Menschen wunderbare Eigenschaft, dass ihr Urin nicht riecht (das ist bei Farbmäusen wirklich penetrant!) und sie auch ansonsten wenig Dreck machen.